Buchverlage lassen online in Büchern schmökern

13. März 2007, 10:18
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Branche gibt dem Druck nach und Abwehrhaltung auf - Random House und Harper Collins beginnen, Bertelsmann will bald nachziehen

Auf den Webseiten der US-Buchverlage Random House und Harper Collins darf online gratis in Büchern geschmökert werden. Damit geben zwei klassische Buchverlage ihre Abwehrhaltung gegen ins Netz gestellte Buchinhalte auf und wagen sich auf das von der Branche gemiedene, weil gefürchtete, Terrain. Interessierte können einen Blick auf den Buchrücken werfen und sich die ersten Seiten der ersten beiden Kapitel durchlesen, bevor sie sich für oder gegen einen Kauf entscheiden. Random House, das dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann gehört, wird diese Möglichkeit in wenigen Wochen auch in Deutschland anbieten, wie Jörg Pfuhl, Geschäftsführer von Random House Deutschland, gegenüber pressetext angekündigt hat.

Suche

Über 5.000 Bücher, die bei Random House erschienen sind, verfügen über die "search & browse"-Funktion. Beide Verlage versprechen auch bald eine Funktion, mit der man die Buchexzerpte auf seine persönliche Myspace-Seite einbinden kann. Harper Collins gehört zu Rupert Murdochs Medienimperium News Corps. dem auch die Social-Networking-Plattform Myspace gehört. Harper Collins geht sogar noch weiter und lässt manche Bücher komplett bis aufs letzte Kapitel online einsehen. Dass die Buchverlage nun die Flucht nach vorne antreten, ist nicht überraschend, setzen Internetunternehmen wie Amazon und Google mit ihren Angeboten und Projekten die Buchhändler doch schon seit geraumer Zeit unter Druck, sich den Möglichkeiten des Internets zu öffnen.

Widerstand

Amazon bietet seinen Kunden schon seit 2003 die Möglichkeit in Büchern online zu schmökern. Allerdings nur wenn die Verlage hierfür ihr Einverständnis geben. Auch Google drängt mit seiner Buchsuche auf diesen Markt, allerdings mit viel Gegenwind. In Europa verbündete sich eine Allianz aus Autoren, Buchverlegern, National- und Universitätsbibliotheken gegen dieses Projekt. In Deutschland entwarf der Börsenverein des Buchhandels mit der Volltextsuche Online ein Gegenprojekt, das auf der Frankfurter Messe im Herbst 2006 vorgestellt wurde und im Februar 2007 seine Arbeit aufgenommen hat. (pte)

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