Österreich nur Staffel-Elfter

2. März 2007, 11:12
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Norwegen krönt sich über 4x10 km zum Welt­meister vor Russland und Schwe­den - ÖSV-Quartett chancenlos

Sapporo - Norwegens Staffel-Schlussläufer Petter Northug schrie es nach seinem grandiosen Finish laut hinaus: "Leicht, leicht, leicht", sei ihm die Finalisierung der erfolgreichen Titelverteidigung der Norsker im 4 mal 10-km-Rennen der Nordischen Weltmeisterschaften in Sapporo gefallen. Das klingt überheblich, doch der programmierte Dählie-Nachfolger war zuvor zweimal auf die Nase gefallen. Stürze in Team-Sprint - durch seinen Partner Tor Arne Hetland - und Doppelverfolgung hatten die Siegchancen zunichte gemacht, am Freitag gab es endlich das ersehnte Gold. Für Österreichs Quartett blieb nur der enttäuschende 11. Platz.

"Blech" für Deutschland

Der 21-jährige Northug setzte sich im Stadion wenige hundert Meter vor dem Ziel in beeindruckender Manier vom Russen Jewgenij Dementjew und dem Schweden Anders Södergren ab und verhalf Norwegen zur vierten Goldmedaille der Titelkämpfe. Seine Kollegen Eldar Rönning, Odd-Björn Hjelmeset und Lars Berger, der sein zweites Gold nach dem 15-km-Skating-Bewerb erhielt, hatten perfekte Vorarbeit geleistet. Die Verfolger Russland und Schweden wurden um 3,2 bzw. 3,5 Sekunden distanziert, für Mitfavorit Deutschland blieb nur Rang vier (+50,5).

Den Österreichern Martin Tauber, Michail Botwinow, Christian Hoffmann und dem gegenüber 2005 neu ins Team gekommenen Jürgen Pinter gelang es auch nicht annähernd, den fünften WM-Rang von Oberstdorf zu wiederholen. "Platz sechs wäre das Optimum gewesen, aber da waren wir weit weg", meinte ÖSV-Sportdirekor Markus Gandler etwas resignierend. Dass Olympiasieger Italien auch nur auf Rang neun landete, war kein Trost.

Tauber und Botwinow mit Problemen

Schon auf dem ersten Abschnitt waren die Aussichten des ÖSV-Teams auf ein positives Abschneiden geschmälert worden. Tauber verlor im letzten langen Anstieg den Anschluss an die Besten ("Da ist voll attackiert worden und ich bin nicht mehr mitgekommen"), büßte 22 Sekunden ein und übergab als 12. an Botwinow. Der Ex-Staffel-Weltmeister, kaum von einer Verkühlung genesen, musste alleine laufen und kassierte einen Rückstand von weiteren 1:50 Minuten (Rang 13). "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber komischerweise habe ich viel Zeit verloren", meinte Botwinow nach der nur 16. Teilzeit der zweiten Runde. "Aber ich war zwei Wochen krank, das hat Spuren hinterlassen."

Als sein Weltmeister-Kollege von Ramsau 1999, Christian Hoffmann, übernahm, war das Rennen für Rot-Weiß-Rot praktisch gelaufen. "Das war von Anfang an nichts Gescheites", ärgerte sich der 30-km-Olympiasieger von 2002. Er hätte gehofft, wenigstens mit der zweiten Gruppe rauslaufen zu können, musste aber anschließend auch von einem eigenen "schlechten Rennen" berichten.

Weiterer Rückschlag für Hoffmann

Für den 32-Jährigen war damit schon das dritte Großereignis in Serie zum Reinfall geworden. Zwei Erkrankungen (2005 und 2006) sowie Wetterpech (2007 über 15 km) hatten Hoffmann seiner Chancen beraubt. Doch er steckt diese Rückschläge rasch weg, die Fortsetzung der Karriere zumindest bis 2010 ist fix eingeplant. Schon am Samstag fliegt Hoffmann in die Heimat zurück, Lahti und Falun sind im Weltcup die nächsten Ziele.

In Lahti will sich der Skating-Spezialist neuerlich in der klassischen Technik beweisen. Mit der da hart erarbeiteten Verbesserung wäre in der kommenden Saison ohne WM und Olympia eine Top-Ten-Platzierung im Gesamt-Weltcup ein lohnendes Ziel. Auch ein Start im Wasalauf ist eingeplant.(APA)

Ergebnisse der 4 x 10-km-Langlauf-Staffel der Herren bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Sapporo am Freitag:

  • 1. Norwegen (Eldar Rönning, Odd-Björn Hjelmeset, Lars Berger, Petter Northug) 1:30:49,2 Stunden
  • 2. Russland (Nikolaj Pankratow, Wassili Rotschew, Alexander Legkow, Jewgenij Dementjew) 3,2 Sekunden zurück -
  • 3. Schweden (Martin Larsson, Mathias Fredriksson, Marcus Hellner, Anders Södergren) 3,5
  • 4. Deutschland (Jens Filbrich, Franz Göring, Tobias Angerer, Axel Teichmann) 50,5
  • 5. Frankreich (Jean-Marc Gaillard, Vincent Vittoz, Emmanuel Jonnier, Alexandre Rousselet) 1:25,8
  • 6. Finnland (Ville Nousiainen, Sami Jauhojärvi, Juha Lallukka, Teemu Kattilakoski) 2:06,3
  • 7. Kasachstan 2:07,2
  • 8. Tschechien 2:07,6
  • 9. Italien 3:20,1
  • 10. Schweiz 3:20,4
  • 11. Österreich (Martin Tauber, Michail Botwinow, Christian Hoffmann, Jürgen Pinter) 4:08,6

    16 Staffeln klassiert.

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      Michail Botwinow übergibt an Christian Hoffmann - zu diesem Zeitpunkt war die Situation bereits aussichtslos.

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      Martin Tauber (oben links), Michail Botwinow (oben rechts), Christian Hoffmann (unten links) und Jürgen Pinter ohne Chance auf einen Spitzenplatz.

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      Petter Northug sichert Norwegen nach einem sagenhaften Antritt kurz vor Schluss Gold.

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