Musikrundschau

1. März 2007, 19:24
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... mit neuen Alben von Pop Levi und The Horrors

POP LEVI
The Return To Form Black Magick Party
(Counter/Soul Seduction)
Bevor der britische Multiinstrumentalist nach Los Angeles zog, bediente er unter anderem bei den vom Krautrock der 70er- und kühlen New Wave der frühen 80er-Jahre beeinflussten Ladytron den Bass. Auf seinem ersten Soloalbum orientiert sich Pop Levi jetzt eher an der Musik des britischen Glamrock-Säulenheiligen Marc Bolan. Er überführt die wunderbar hoppertatschigen Gitarrenriffs aus einer längst untergegangenen Ära ins Zeitalter des Plastikpop. Dabei wird auch historisch gut abgehangenes Handwerk von John Lennon (die Balladen) oder Led Zeppelin (der Rock) gestreift, allerdings immer schön auf neonbunte Klebrigkeit und Partytauglichkeit Bedacht gelegt. Seit Marc Bolan hat auch niemand mehr so viele schöne Ahhhs!, Ahhh-uhhhs!, Heys! und Yeahs! in seine Musik eingebaut wie dieser entfesselte, aber grundsympathische Pop-Eklektiker.

THE HORRORS
Strange House
(Loog/Universal)
Junge Briten mit sehr viel Kajal um die Augen, noch mehr Haupthaar und einer Tendenz, sich aus der Apotheke zu ernähren. Im Gegensatz zur Kollegenschaft werden auf diesem Debüt allerdings nicht die Beatles oder die Kinks bemüht. Das Quintett holzt, quengelt, quiekt und orgelt sich mit sehr viel Hall lieber auf den Spuren von Sixties-Punk, Garage Rock und Psychobilly durch jene Spukhäuser, die einst von Bands wie den Cramps oder Nick Cave und der frühen Birthday Party bewohnt wurden. Allerdings wird, Briten können nicht anders, der Melodieanteil im Gegensatz zu den Originalen entschieden hochgefahren. Gruftie-Pop! (schach / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.3.2007)

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