Tirol: "Bündelung im christlich-sozialen Lager"

2. März 2007, 11:05
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Innsbrucks Vizebürgermeister will noch nicht VP-Obmann werden

Innsbruck - Das ÖVP-Lager in Innsbruck bleibt, vorerst, parteipolitisch getrennt. "Mein Antreten wäre sicher ein Signal gewesen, vor allem einer Öffnung der Volkspartei". Aber Christoph Platzgummer, Innsbrucks Vizebürgermeister, noch nicht einmal Parteimitglied, hat trotz angeblich namhafter Lockrufe aus der ÖVP abgesagt. Er wird am Parteitag der Innsbrucker Volkspartei in neun Tagen nicht als Obmann kandidieren.

"Das hätte die ÖVP vor Probleme gestellt", meint Platzgummer, der im Jahr 2006 mit der VP-(nahen)-Liste "Für Innsbruck" (FI) in Gemeinderat und Stadtregierung einzog, auf Wunsch von FI-Bürgermeisterin Hilde Zach. Nach dieser Absage bleibt der 39-jährige VP-Geschäftsführer Franz Gruber einziger Kandidat für die Nachfolge von Stadtparteiobmann Eugen Sprenger.

Zeit noch nicht reif

"Die Zeit für eine Annäherung zwischen VP und FI sei noch nicht reif", die Zeit, um Weichenstellungen im bürgerlichen Lager zu besprechen, habe "nicht gereicht", sagte Platzgummer am Donnerstag. Und er machte deutlich, dass Annäherung angepeilt werde. Seine Kandidatur hätte jetzt "nicht zur Bündelung geführt", die "nötig" sei für "unsere christlich-soziale Gesinnungsgemeinschaft". Naheliegend, dass ein Parteieintritt für ihn "durchaus vorstellbar" ist, wenn auch "derzeit kein Thema". Auch der designierte VP-Obmann Gruber will einer Annäherung "unterstützen".

Die namhaften VP-Exponenten, die ihn zur Kandidatur bewogen haben sollen, nannte Platzgummer nicht. Bestätigt aber, dass es "Kontakte mit Landesparteiobmann Herwig van Staa gegeben" hat: "Es ging um mögliche Auswirkungen auf die Landtagswahl 2008 und darum, einen konsensualen Weg zu gehen". Van Staa, der 1993 "Für Innsbruck" von der VP abgespalten hatte, wollte sich offiziell "vor einer Einmischung hüten", "freut" sich jetzt aber "über jedes Zeichen des Zusammenrückens".

In Abrede stellte Platzgummer, dass es bei den Gesprächen um die Nachfolge von Zach nach 2012 gegangen sei: Diese sei "hoch agil, zeigt keinerlei Zeichen von Amtsmüdigkeit". Allerdings sieht sich der designierte Obmann Gruber nicht als künftiges Stadtoberhaupt: "Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne für die Partei arbeite." Möglich sei, dass 2012 zwei gekoppelte Listen mit einem gemeinsamen Kandidaten antreten. (Benedikt Sauer/DER STANDARD, Printausgabe, 2. März 2007)

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