Strohal: "Ich bin gerne ein Bürokrat"

5. März 2007, 09:55
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Odihr-Chef Strohal weist Kritik zurück - Warnung vor Menschenhandel und Antisemitismus

Wien – Der Leiter der OSZE-Behörde für demokratische Institutionen und Menschenrechte in Warschau (Odihr), der Österreicher Christian Strohal, hat sich unbeeindruckt gegenüber neuerlichen Vorwürfen aus Moskau an seiner Behörde gezeigt. Das Thema der Menschenrechte betreffe Ost und West in Europa gleichermaßen, sagte Strohal am Donnerstag am Rande der Eröffnung der EU-Grundrechtebehörde vor Journalisten in Wien.

Menschenhandel und Antisemitismus

Strohal verwies besonders auf das Problem des Menschenhandels und des Antisemitismus, mit dem die OSZE-Staaten in Mittel- und Westeuropa konfrontiert sind. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Strohals Behörde in einem Interview mit der Rossiskaja Gaseta Einseitigkeit vorgeworfen: „Bürokraten“ von Odihr hätten das Recht usurpiert, die Handlungen eines Landes in Bezug auf dessen internationale Verpflichtungen zu interpretieren. Russland stört sich nach wie vor an den Wahlbeobachtungen. Strohal betonte dem gegenüber die Objektivität der Beobachtungen und den Umstand, dass Russland mittlerweile auch Wahlbeobachter für Odihr stellt. Wenn mit Lawrows Vorwurf an die „Bürokraten“ von Odihr gemeint sei, „dass wir keine Politiker sind, dass wir uns nicht politisieren lassen, und dass wir Expertisen liefern“, sei er mit der Bezeichnung sehr einverstanden, meinte Strohal – „ich bin gerne ein Bürokrat“. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 02.03.2007)

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