Grüne verteidigen Peymanns RAF-Äußerungen

4. März 2007, 16:17
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Beck sieht Rückfall "einiger Konservativer in Rhetorik der bleiernen Zeit"

Berlin - Die deutschen Grünen haben den Intendanten des Berliner Ensembles und früheren Burgtheater-Chef, Claus Peymann, gegen Kritik wegen dessen Verteidigung des ehemaligen RAF-Mitglieds Christian Klar in Schutz genommen. Der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, sagte der "Netzeitung" am Donnerstag, er "habe das Gefühl, dass einige Konservative bei der Diskussion um die Begnadigung von Christian Klar in die ideologisch verbohrte Rhetorik der bleiernen Zeit zurückverfallen".

"Das sind auch meine Ansichten"

Grünen-Politiker Beck nannte die Vorwürfe der CDU an Peymann absurd. "Es kann doch keinem Arbeitgeber vorgeworfen werden, wenn er einem aus der Strafhaft Entlassenen eine berufliche Perspektive bietet und damit zur Resozialisierung beiträgt", sagte Beck. Peymann hatte die umstrittenen kapitalismuskritischen Äußerungen von Klar verteidigt. "Das sind auch meine Ansichten", sagte Peymann in einem Interview. Er bot Klar erneut auch ein Praktikum an.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla griff Peymann in einer Erklärung am Donnerstag scharf an: Die Unterstützung der wirren Thesen von Christian Klar aus dem Gefängnis könne offensichtlich nur eine Ursache haben: Peymann müsse sich intellektuell selbst Jahrzehnte weggesperrt haben. "Die Einlassungen von Peymann sind abscheulich und respektlos gegenüber den Opfern und Angehörigen des RAF-Terrors", sagte Pofalla. Peymann hatte die umstrittenen kapitalismuskritischen Äußerungen von Klar verteidigt. (APA/AP)

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