Pjöngjang will Zusagen zu nuklearer Abrüstung einhalten

2. März 2007, 15:03
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Führungsmitglied: Atomfreie koreanische Halbinsel schon von Kim Il Sung angestrebt

Seoul/Pjöngjang/Washington - Gut zwei Wochen nach dem Einlenken Nordkoreas im Atomstreit hat das Land am Donnerstag seine Zusage einer vollständigen Aufgabe seines Atomwaffenprogramms bekräftigt. Eine nuklearwaffenfreie koreanische Halbinsel sei der Wunsch des früheren Staatschefs Kim Il Sung vor seinem Tod gewesen, sagte der Präsidiumspräsident der Obersten Volksversammlung und die Nummer zwei in der Macht-Hierarchie des Landes, Kim Young Nam, einer Regierungsdelegation aus Südkorea in Pjöngjang.

Bemühungen fortgesetzt

Nordkorea werde "seine Bemühungen fortsetzen, dies zu verwirklichen", wurde Kim von südkoreanischen Medien zitiert. In den USA sind unterdessen Zweifel an Geheimdienstberichten über das mutmaßliche Atomprogramm Nordkoreas aufgetaucht. Diese Einschätzung bedeute eine Abkehr von den bisherigen Formulierungen aus Washington, hieß es. US-Präsident George W. Bush hatte Nordkorea wiederholt beschuldigt, den Bau von Atomwaffen voranzutreiben. Allerdings hatte die US-Regierung den Bombentest vom Oktober 2006 sehr vorsichtig interpretiert und betont, es gebe keinen Beleg dafür, dass es sich wirklich um eine Atombombe gehandelt habe.

Einigung

Der südkoreanische Vereinigungsminister Lee Jae Joung forderte Nordkorea beim Treffen mit Kim in Pjöngjang auf, die Einigung bei den Sechs-Länder-Gesprächen umzusetzen. Lee vertritt Südkorea in der nordkoreanischen Hauptstadt bei den ersten gesamtkoreanischen Ministergesprächen seit sieben Monaten, die bis zu diesem Freitag dauern sollen. Nach südkoreanischen Angaben brachte Nordkorea dabei das Thema humanitäre Hilfe erneut zur Sprache. Nordkorea habe jedoch zunächst nicht gefordert, dass mögliche Lieferungen mit Reis oder Düngemitteln in eine gemeinsame Erklärung aufgenommen werden.

Nordkorea hatte vor zwei Wochen erste Schritte zum Abbau seines Kernwaffenprogramms zugesagt und damit auch wieder den Weg für den Dialog freigemacht. Im Gegenzug soll Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfen erhalten. (APA/dpa)

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