Pedalzirkus in den Seilen

6. März 2007, 16:39
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Nach Doping-Skan­dalen tobt nun ein Macht­kampf zwischen dem Weltverband UCI und den Rennveranstaltern - Krisengipfel in Brüssel

Seit Wochen tobt nun schon der Machtkampf zwischen dem Rad-Weltverband UCI und den Veranstaltern der großen Rundfahrten (Giro, Tour, Vuelta). Die Stimmung kippte total, als die UCI den Teams untersagt hatte, am Klassiker Paris - Nizza (11 bis 18. März) teilzunehmen. Bei Missachtung des Startverbotes drohte der Weltverband mit Lizenz-Entzug.

Hintergrund dieses rigorosen Schrittes war die Nicht-Einladung der belgisch-schwedischen Unibet-Mannschaft für die traditionelle Frühlings-Fernfahrt durch Tour-Veranstalter ASO. Der Weltverband besteht auf die Zulassung der 20 ProTour-Teams bei allen 27 Rennen, die Veranstalter wollen die Starterfelder selbst aufstellen.

Verbände fordern Lösungen

Am Donnerstag haben sechs nationale Verbände die UCI in Form eines Schreibens dazu aufgefordert, konkrete Lösungen für den schwelenden Konflikt vorzulegen. Neben dem belgischen, spanischen, italienischen, französischen und luxemburgischen unterzeichnete auch der Österreichische Radverband (ÖRV).

Krisengipfel in Brüssel

Die Rennställe wollen sich aber auch aktiv an der Lösung beteiligen und bei einem Krisengipfel in Brüssel eine Lösung erarbeiten. Doch die Möglichkeiten sind beschränkt, denn im Streit zwischen UCI und ASO kann nur vermittelt werden. Beide müssen einlenken, um den endgültigen Bruch zu vermeiden. Sonst müssen sich die Teams entscheiden, auf welche Seite sie sich begeben. "Wenn es zu keiner Einigung kommt, gibt es nur Verlierer", weiß Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.

Für den ohnehin gebeutelten Radsport kommt diese Krise nach den zahlreichen Dopingskandalen der jüngeren Vergangenheit gerade zur ungüstigsten Zeit. Weiterer Imageverlust ist zu befürchten, Fernsehanstalten und Sponsoren sind ohnehin ordentlich verstimmt. Ein weiterer Skandal und die damit verbundenen Negativ-Schlagzeilen wären den Geldgebern dann vermutlich zu viel des Schlechten. (hon)

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