Treppensturz: Pro Woche stirbt mindestens ein Senior

4. März 2007, 19:44
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Die Hälfte der Unfälle könnten verhindert werden - Gefahren lauern vor allem in Stiegenhäusern

Wien - Gefahrenzone Stiegenhaus: Durchschnittlich stirbt pro Woche mindestens ein Senior in Folge eines Treppensturzes. 2005 kamen in Österreich 62 ältere Menschen durch solche Unfälle ums Leben, zeigt die Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). 2005 verletzten sich 42.300 Menschen durch Treppenstürze so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Senioren sind überdurchschnittlich oft betroffen: 14.500 Personen, und damit 34 Prozent aller nach Treppenstürzen im Spital Behandelten, sind 60 Jahre und älter. 69 Prozent dieser Sturzopfer sind Frauen, die auch im höheren Alter im Haushalt aktiver sind als Männer.

66 Prozent der Treppensturzunfälle von Personen ab 60 geschehen in den eigenen vier Wänden, zehn Prozent in der näheren Wohnumgebung wie Garten oder Hof.

Gefahrenzone: Stiegenhäuser

Gefahrenzone Nummer eins sind die Stiegenhäuser. Dort gelagerte Hindernisse wie Kisten oder Leitern werden leicht übersehen. Stiegen in Altbauten sind häufig schon ausgetreten. Weiters sind Treppenhäuser oft schlecht beleuchtet, wodurch eine Stufe schnell übersehen wird. Bei über die Stufen gelegten Teppichen sind die Kanten schwer zu erkennen, das Risiko auszurutschen ist hier besonders groß.

Knochenbrüche

42 Prozent aller Treppenstürze enden für Senioren mit Knochenbrüchen - vom "Klassiker" Oberschenkelhalsbruch, über das Handgelenk bis hin zum Beckenbruch.

Unfälle durch bessere Beleuchtung verhindern P> "Die Hälfte der Unfälle könnten verhindert werden", meint Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV. Ausreichende Beleuchtung, durchgehende Handläufe auf beiden Seiten sowie Stufen- und Zwischenpodeste mit rutschfester Oberfläche können die Sicherheit erhöhen.

Hauseigentümer haften

Bei Mehrfamilienhäusern oder gemieteten Häusern mit mangelhaftem Stiegenhaus haftet bei Klagen in Folge von Unfällen der Vermieter, wenn er sich nicht um die Sicherheit kümmert. Deshalb appelliert das KfV an alle Hauseigentümer und Vermieter, ihre Stiegenhäuser technisch sicher zu gestalten. Die Sturzgefahr kann so wesentlich verringert werden. (APA)

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