Japan: Abe relativiert Entschuldigung für Zwangsprostitution

5. März 2007, 11:06
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Ministerpräsident sieht keine Beweise, dass derartiger Zwang auf Frauen im Zweiten Weltkrieg ausgeübt wurde - Sein Vorgänger hatte "tiefes Bedauern" geäußert

Tokio - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich offenbar von einer grundlegenden Entschuldigung seines Landes für von asiatischen Frauen im Zweiten Weltkrieg erzwungene Prostitution distanziert. "Es gibt keinen Beweis dafür, dass Zwang (auf Frauen) ausgeübt wurde, wie es zunächst geheißen hatte", sagte Abe am Donnerstag vor Journalisten in Tokio. Abe reagierte auf eine Resolution des US-Kongresses.

Relativierungsbemühungen

Japan solle auch formell die historische Verantwortung für das im Zweiten Weltkrieg Frauen zugefügte Leid anerkennen und sich dafür entschuldigen. Abes Vorgänger Junichiro Koizumi hatte 2001 sein "tiefes Bedauern" über die Frauen von den japanischen Streitkräften zugefügten "unermesslichen und schmerzlichen Erfahrungen" ausgedrückt. In der regierenden Liberaldemokratischen Partei gibt es aber dennoch Bestrebungen, die 1993 ausgesprochene Entschuldigung für Zwangsprostitution zu relativieren. (APA/AP)

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    Zwei von mehr als 200.000 betroffenen Frauen in Asien und im Pazifik, die von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von japanischen Kolonialherren/Besatzern in die Prostitution gezwungen worden sind. Die so genannten "Comfort Women" mussten Gruppenvergewaltigungen, Zwangsabtreibungen und andere Verbrechen über sich ergehen lassen.
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