Nachwirkungen: Opfer leiden unter Schlafstörungen

19. März 2007, 19:28
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Nach Journalisten-Anrufin in der Bank hätte Geiselnehmer aggressiv reagiert - "Wir haben um unser Leben gefürchtet"

Wien - Die Nachwirkungen der Geiselnahme in einer Wiener Bank am Dienstag dürften den Opfern zu schaffen machen. Zwei Tage nachdem unter anderem sechs BAWAG-Mitarbeiter für fünf Stunden in die Gewalt des 39-jährigen Günter B. geraten waren, leiden manche an Schlafstörungen. Einige der Betroffenen beschreiben ihre derzeitige Gefühlslage als "nicht gut", so eine Aussendung.

Der Täter habe Stimmungsschwankungen gehabt und sei unberechenbar gewesen. Die Mitarbeiten hätten sich in dieser "äußerst gefährlichen Situation bewundernswert verhalten" und letztlich zu einem unblutigen Ende der Geiselnahme beigetragen, so BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny.

"Fassungslos und verärgert" zeigten sich die Geiseln über den Anruf eines "Österreich"-Journalisten während der Geiselnahme in der Bank: "Der Geiselnehmer hat sich davon provoziert gefühlt und dementsprechend aggressiv darauf reagiert. Das war eine sehr gefährliche Situation für uns. Da haben wir wirklich um unser Leben gefürchtet", so die Opfer in der Aussendung.

Kein Kontakt zu den Geiseln

Scharf verurteilt wurde auch von der Bank das Verhalten einiger Medien, das "zu einer Eskalation einer für die Mitarbeiter äußerst gefährlichen Situation geführt" habe - allen voran der Anruf aber auch die Live-Übertragung der Geiselnahme des Wiener Stadtsenders "Plus TV", sagte der Banksprecher Thomas Heimhofer. Als völlig unverständlich bezeichnete das Geldinstitut auch aufdringliche Versuche, Interviews mit den Betroffenen zu ergattern. Die Bank appellierte an Journalisten, keinen Kontakt mehr zu den Geiseln aufzunehmen.

Die betroffenen Mitarbeiter bleiben weiterhin vom Dienst freigestellt. In der BAWAG-Filiale hat eine Ersatzmannschaft vorübergehend die Arbeit übernommen.

Günter B. wird unterdessen am Nachmittag ins Wiener Landesgericht eingeliefert, teilte die Polizei mit. (APA)

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