Nach Richtermord in Ankara lebenslange Haftstrafen beantragt

10. März 2007, 21:20
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Islamische Nationalisten sollen kriminelle Vereinigung mit Umsturz-Ziel geplant haben

Ankara - Knapp zehn Monate nach dem Mord an einem hohen Verwaltungsrichter in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag lebenslange Haftstrafen für den mutmaßlichen Attentäter und drei Mitangeklagte beantragt. Laut Staatsanwalt hatten die Angeklagten, die islamisch-nationalistischen Kreisen zugerechnet werden, eine kriminelle Vereinigung mit dem Ziel eines gewaltsamen Umsturzes gegründet. Bei dem Attentat am 17. Mai 2006 waren ein Richter getötet und vier weitere verletzt worden.

Der Hauptangeklagte, ein Anwalt aus Istanbul, hatte sich angeblich für ein Urteil zum Kopftuchverbot rächen wollen, mit dem das oberste Verwaltungsgericht die Nichtbeförderung einer Lehrerin für rechtens erklärt hatte. Politisch hatte das Attentat hohe Wellen geschlagen. Am Tage des Richterbegräbnisses gingen in Ankara mehr als zehntausend Menschen auf die Straße, um gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und für die Beibehaltung der strikten Trennung von Staat und Religion zu demonstrieren. (APA/dpa)

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