Brau Union muss Absatzeinbussen verdauen

27. März 2007, 15:13
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Wettbewerbsdruck durch Preiskämpfe, Strukturwandel in der Gastronomie, viele Wirte sperren zu

Wien – Die Brau Union Österreich AG zeigt sich schaumgebremst. Der regnerische Sommer und die Strukturprobleme der Gastronomen haben den Bierspiegel gedrückt. Österreichs Bierkonsum sank 2006 von 109 Litern pro Kopf und Jahr auf durchschnittlich 108 Liter. Die Brau Union musste mit Marken wie Gösser, Zipfer, Puntigamer und Schwechater ein Absatzminus von drei Prozent 911 Mio. Krügerl Bier verdauen. Der Umsatz stagnierte auf 472 Mio. Euro. Der Konzern hat im Vorjahr 63 Mio. Euro in neue Kapazitäten und Innovationen investiert. Ein weiteres Minus werde es heuer nicht geben, verspricht Markus Liebl, Chef der Brau Union Österreich.

Den Brauereien haben zudem Engpässe bei Hopfen wie Gerste und kostspieligere Verpackungen zugesetzt. Die Brau Union hebt daher ihre Preise um drei bis vier Prozent. Aus den Rabattschlachten der Lebensmittelhändler werde man sich stärker heraushalten. Die Eigenmarken der Handelsketten halten derzeit bei rund einem Prozent Marktanteil. Sie werden zu Preisen verkauft, die für niemanden interessant sein können, sagt Liebl. Die Brau Union produziert seit Juni in Wieselburg auch die Marke Heineken der holländischen Mutter. Eine Kannibalisierung der eigenen Produkte fürchtet Liebl nicht. Er sieht auch keine unmittelbare Auswirkung des Sparkurses von Heineken auf Österreich. 2Wir sind gut aufgestellt." Nicht müde werde er, auf "zu hohe" Biersteuern hinzuweisen. "Wir haben wieder über 100 Mio. Euro bezahlt." (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.2.2007)

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