Regionaler Atomkonflikt könnte weltweites Klima verändern

8. März 2007, 19:07
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US-Forscher warnen vor den Auswirkungen unter anderem auf die Landwirtschaft

Washington - Amerikanische Wissenschaftler warnen vor den weltweiten Folgen eines möglichen regionalen Atomkonflikts. Nicht nur würden Millionen Menschen in den betroffenen Ländern sterben, es bestehe auch die Gefahr, dass das weltweite Klima sich verändere, mit dramatischen Auswirkungen unter anderem auf die Landwirtschaft.

Zwar sei die Gefahr eines weltweiten Atomkriegs gesunken, doch wachse die Gefahr regionaler Kriege, etwa zwischen den Atommächten Pakistan und Indien, argumentieren die Wissenschaftler um Owen Toon von der Universität von Colorado in Boulder. Bei einem Krieg zwischen den beiden asiatischen Nachbarstaaten würden nach Berechnungen der Wissenschaftler bis zu 21 Millionen Menschen in den beiden asiatischen Ländern sterben.

Verwüstung

Des weiteren würden weite Landstriche bei einem angenommenen Einsatz von 100 kleineren Atombomben verwüstet. Rauchpartikel der Explosionen würden nach dem im Magazin "Science News" veröffentlichten Artikel aufsteigen und die Atmosphäre stärker beeinflussen als es beim Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991 geschehen war. Die damit verbundene Klimaveränderung könnte zu jahrelangen Dürreperioden und damit einem Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion führen. Dürreperioden in diesem Ausmaß in der Vergangenheit hätten Hungersnöte in Afrika, Indien aber auch in Europa verursacht.

Neben den acht bekannten Staaten mit Atomwaffen (USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Pakistan und Israel) gibt es nach Einschätzung der Autoren Dutzende Länder, die genügend spaltbares Material haben, um in den kommenden Jahren Atomwaffen zu produzieren. (APA/dpa)

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Science News: Sudden Chill - Even a limited nuclear exchange could trigger a climate catastrophe
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