Verunsicherung an Asiens Aktienmärkten hält an

5. März 2007, 09:49
1 Posting

Tokio noch einmal 1,35 Prozent im Minus - Hongkong und Shanghai wieder im Plus

Tokio - Die Verunsicherung der Investoren über den Kursrutsch an den internationalen Märkten hat an den asiatischen Börsen auch am Freitag überwiegend zu Verlusten geführt. In Japan drückten Kursverluste exportorientierter Industriekonzerne sowie von Reedereien und Aktienhändlern die Hauptindizes mehr als ein Prozent ins Minus. Der Nikkei-Index schloss nach dem vierten Verlust-Tag in Folge auf dem niedrigsten Kurs seit dem 16. Jänner und hat damit praktisch den gesamten Zugewinn abgegeben, den er im bisherigen Jahresverlauf erreicht hatte.

Der 225 Werte umfassende Aktienindex gab in Tokio 1,35 Prozent auf 17.217 Punkte nach, beim breiter gefassten Topix-Index betrug das Minus 1,06 Prozent auf 1.721 Zähler. Händlern zufolge sind Investoren angesichts der diese Woche weltweit eingebrochenen Kurse noch zurückhaltend. Auch die jüngste Stärke des Yen dämpfte die Anlegerfreudigkeit in Japan. Zuletzt hat der starke Yen etwa die Gewinne beim Autokonzern Toyota deutlich gedämpft.

Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Taiwan und Singapur verbuchten Verluste, während die Börse in Hongkong positiv tendierte. Damit folgte sie dem wichtigsten chinesischen Aktienindex. Der Shanghai-Index stieg um 1,2 Prozent auf 2.831,53, nachdem er mit seinem Kurssturz von fast neun Prozent am Dienstag die weltweiten Verkäufe ausgelöst hatte.

Die Aktie des Elektronikkonzerns Sony verlor 5,51 Prozent an Wert und gehörte damit ebenso wie andere große japanische Exporteure zu den Unternehmen, bei denen der hohe Yen-Kurs Sorgen über die Wachstumsaussichten auslöste. Das Toyota-Papier gab 1,91 Prozent nach. Reederei-Aktien wie die von Mitsui O.S.K. Lines wurden von Skepsis über die weitere Wirtschaftsentwicklung in China gedrückt.

Sanyo unter Verlierern

Der Elektronikkonzern Sanyo gehörte mit einem 2,65 Prozent niedrigeren Kurs ebenfalls zu den Verlierern, nachdem der chinesische Computerhersteller Lenovo 205.000 von Sanyo hergestellte Laptop-Akkus wegen Brandgefahr zurückrufen musste. Gewinner an der Tokioter Börse waren dagegen die beiden Stahl-Giganten Nippon Steel und JFE Holdings, die dank einer hohen Nachfrage ihre Jahresprognosen anhoben.

Der Euro wurde nach seinem Elf-Wochen-Tief im Vergleich zum Yen vom Vortag am Freitag kaum verändert bei 154,96 Yen gehandelt. Im späten US-Handel war er mit 155,01 Yen bewertet worden. Im Verhältnis zum Dollar kostete die Gemeinschaftswährung 1,3172 Dollar nach 1,3184 Dollar. Der Dollar legte minimal zu auf 117,63 Yen nach 117,60 Yen.

Der amerikanische Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte schloss am Donnerstag 0,28 Prozent schwächer bei 12.234 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,26 Prozent auf 1403 Stellen, die US-Technologiebörse Nasdaq gab 0,49 Prozent auf 2404 Punkte nach.

Der Wiener Aktienindex ATX hat in wenigen Tagen rund 6,5 Prozent verloren. Auch der deutsche DAX, der erst am Montag die 7.000-Punkte-Hürde genommen und damit den höchsten Stand seit November 2000 erreicht hatte, verlor bis Donnerstag rund 400 Punkte. Für Freitag rechnen Händler für den DAX wieder mit leichten Zugewinnen. Angesichts wenig überzeugender Vorgaben aus den USA und Japan dürfte der Handel aber nervös bleiben. (APA/Reuters/AP)

Share if you care.