Tönende Diskurse

1. März 2007, 13:51
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Rund um Richard Wagner bauen die Osterfestspiele ein Programm voller Kontraste

Umrahmt von zwei Rheingold-Vorstellungen - jener am eröffnenden Samstag und jener das Festival am Ostermontag beschließenden - locken bei den Salzburger Osterfestspielen, die von 31. 3. bis 9. 4. dauern, auch hochkarätig besetzte Konzerte. Man kann die Berliner Philharmoniker und ihren Chefdirigenten bei symphonischen Dialogen belauschen: Sir Simon Rattle hat Schostakowitsch, Brahms, Rachmaninow, Dvorák, Prokofjew und Janácek als Gesprächsgrundlage gewählt. Der Dialog wird durch die Klaviersolisten Lang Lang und Yefim Bronfman übrigens zum Trialog. Weitere Gäste: Das dritte Konzert der Berliner dirigiert Bernard Haitink (Beethovens Missa solemnis); und bei einem Sonderkonzert wird das Gustav Mahler Jugendorchester mit dem Dirigenten Myung-Whun Chung und den Solisten Renaud Capuçon (Violine) und Gautier Capuçon (Violoncello) gastieren.

Schließlich die "Kontrapunkte"-Reihe, bei der zum Teil Solisten der Berliner Philharmoniker mitwirken: Sie bieten in diesem Jahr die Möglichkeit, die Wagner-Eindrücke der Opernpremiere einerseits zu vertiefen und andererseits auch anhand von Werken die historischen Auseinandersetzungen rund um Richard Wagner nachzuvollziehen. Da werden "wagnerische" Werke von Schreker, Webern, Debussy und Schönberg erklingen, wird aber auch die auskomponierte ästhetische Gegnerschaft zur Diskussion gestellt - mit Werken von Schulhoff, Krenek, Hindemith und wieder Webern. Spannend. (tos/ SPEZIAL/ DER STANDARD, Printausgabe, 01.03.2007)

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