Gewinnrückgang bei Kärntner Sparkasse

19. März 2007, 12:55
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Ergebnis nach Steuern fällt von 19,5 auf 17 Millionen Euro - Geschäfte in Slowenien und Italien "sehr positiv"

Klagenfurt - Einen deutlichen Einbruch beim Gewinn verzeichnet die Kärntner Sparkasse im Geschäftsjahr 2006. Wie Vorstandschef Alois Hochegger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bekannt gab, sank der Gewinn nach Steuern von 19,5 auf rund 17 Mio. Euro. Hauptursache dafür war laut Hochegger das Mitziehen der Sparkasse bei der Kapitalerhöhung der Erste Bank im Jänner vergangenen Jahres. Das Institut nahm dafür immerhin 36 Mio. Euro in die Hand. Für heuer rechnet man mit "zweistelligen Zuwachsraten".

Insgesamt ist Hochegger mit der Entwicklung seiner Sparkasse aber zufrieden. Die Bilanzsumme stieg um 7,3 Prozent auf 3,68 Mrd. Euro (2005: 3,43 Mrd.). Die Zahl der Kunden nahm von 169.300 auf 178.300 zu. Beim Zinsüberschuss wurde ein Zuwachs von 7,4 Prozent auf 79,4 Mio. Euro erzielt, das Provisionsergebnis stieg um 8,5 Prozent auf 27,1 Mio: Euro. Hier sei man trotzdem "merklich unter den Erwartungen" geblieben. Die allgemeine Ertragssituation im Wertpapierbereich, bei den Versicherungen und beim Bausparen sei "eher unbefriedigend" verlaufen.

Online-Plattform

Sehr zufrieden ist man hingegen mit der Entwicklung in Slowenien und Oberitalien. Die slowenische Tochter wurde im Oktober vergangenen Jahres zu einer eigenständigen Bank, die Kundenanzahl wuchs um fast 20 Prozent und lag zu Jahresende 2006 bereits bei 40.000. Ebenfalls im Oktober wurde eine Filiale in Udine eröffnet, eine zweite in Conegliano soll demnächst folgen. Für dieses Jahr ist - mit Schwergewicht auf Slowenien - ein verstärktes Engagement im Internet-Bereich geplant. Gemeinsam mit der Erste Bank soll eine Online-Plattform gegründet werden, über die Kunden Aktien- und Wertpapier-Geschäfte abwickeln können. Das Projekt, das rund fünf Mio. Euro kosten wird, soll bis Jahresende abgeschlossen werden. "Der Roll-Out ist für das erste Quartal 2008 geplant", sagte Hochegger.

Knapp vor dem Abschluss steht der Einstieg der Steiermärkischen Sparkasse bei der Slowenien-Tochter der Kärntner Sparkasse. Hochegger: "Die Steirer werden sich mit 26 Prozent beteiligen." Der ursprüngliche Plan, dass die Kärntner im Gegenzug bei der Kroatien-Tochter der Steirer einsteigen, ist hingegen vom Tisch. Der Grund: Die Kapitalerhöhung der Erste Bank, wie Hochegger erklärt: "Wir haben Aktien vom Schmied gekauft und nicht vom Schmiedl." Bei einer kleinen Regionalbank seien die Aussichten nicht wirklich berauschend, das in Anteile investierte Geld könne man auch wieder nur an die Schwesterinstitute verkaufen. "Die Aktien der Erste Bank hingegen entwickeln sich prächtig, wir sind sehr zufrieden"; sagte der Vorstandsdirektor. (APA)

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