7-Punkte-Programm für Frauen in Kärnten

12. März 2007, 18:17
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Wirtschaftskammer setzt im Kampf gegen Fachkräftemangel auf Frauen: Ausbildung vor allem in technischen Berufen

Klagenfurt - Die Kärntner Wirtschaftskammer hat im Kampf gegen den Fachkräftemangel ein Sieben-Punkte-Programm erarbeitet, in dessen Mittelpunkt die Frauen stehen. Die Maßnahmen beziehen sich sowohl auf Bewusstseinsbildung und Aufklärung als auch auf Ausbildung vor allem in technischen Berufen. "Der Facharbeitermangel wird in den Kärntner Unternehmen zunehmend zur Sorge Nummer eins. Sogar Aufträge und Expansionspläne wackeln", begründete Präsident Franz Pacher am Freitag in einer Pressekonferenz das Engagement der Kammer.

WIFI-Zusammenarbeit mit dem AMS

Um diese Entwicklung einzudämmen, setzt die Wirtschaftskammer auf die Frauen. Das WIFI finanziert ab dem Kursjahr 2007/2008 pro Jahr hundert Frauen eine technische Ausbildung in den Bereichen Metallbearbeitung, Schweißtechnik, Automatisierungstechnik, Elektronik, Konstruktions- und Fertigungstechnik, KFZ-Technik, Sanitär- und Heizungstechnik sowie Lüftungs- und Klimatechnik. Weiters startet das WIFI Kärnten in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem AMS eine umfangreiche Technikausbildung für Frauen, die nach 18 Monaten ihren Lehrabschluss in einem Metallberuf machen sollen.

In Klagenfurt wird mit Unterstützung des Landes eine permanente Lehrwerkstätte für Maturantinnen und Maturanten zur verkürzten Ausbildung in den Berufen Metallbearbeitungstechnik oder Metallbautechnik eingerichtet. Das Ausbildungszentrum in der Bezirksstadt Wolfsberg wird um 35 Mio. Euro zu einem Schweißkompetenzzentrum ausgebaut.

Neugier wecken

Gezielte Bewusstseinsbildung ist ein weiterer Punkt des WK-Programms. Ein Lehrstellenakquisiteur hat seit 2004 Kärntner Betriebe davon überzeugt, zusätzlich rund 450 Lehrstellen bereitzustellen. Er soll nun Mädchen für technische Berufen gewinnen. Weiters soll bei weiblichen Jugendlichen im Rahmen von Schulbetreuungen und Aktionstagen die Neugier für technische Berufe geweckt werden. In einer "Technik-Rallye" werden hier Schülerinnen der 8. und 9. Schulstufe Einblicke in das technische Arbeitsfeld geboten.

Schließlich möchte die Wirtschaftskammer in einem Beschäftigungsgipfel mit den Sozialpartnern, AMS und Betrieben die demographische Entwicklung und die daraus resultierenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Kärnten aufzeigen. (APA)

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