Großfeuer im Mesa Verde Nationalpark enthüllte Anasazi-Fundstätten

24. Juli 2000, 10:42

Mythischer Stamm - Gegen die Brände selbst ist man in Colorado machtlos

Cortez - Ein Buschbrand hat im Nationalpark Mesa Verde im US-Staat Colorado am Wochenende bisher unbekannte historische Indianersiedlungen freigelegt. Das Feuer entfernte nämlich auch die Vegetationsschicht, die mindestens ein Dutzend zuvor unbekannte indianische Siedlungen überdeckt hatte. Die Archäologen können damit ein ganz neues Verständnis vom Leben der Indianer damals gewinnen.

Mesa Verde ist einer der beliebtesten Nationalparks der USA. Er liegt im äußersten Südwesten von Colorado und zieht wegen seiner malerischen Canyons und Berge sowie den mehr als 1.000 Jahre alten Pueblo-Ruinen alljährlich große Touristenscharen an. Schäden an den berühmten Ruinen indianischer Wohnhäuser und Höhlenwohnungen gab es zunächst nicht.

Die aus "Akte X" bekannten Anasazi

Foto: www.ucr.edu/X-Files Mesa Verde ist das größte archäologische Schutzgebiet in den USA mit 4.000 bekannten Stätten. Rund 400 wurden nach einem Feuer 1996 entdeckt. In dem Gebiet lebten zwischen 550 und 1300 die in der TV-Serie X-Files (Bild) bisweilen zitierten Anasazi, die Vorfahren der Pueblo-Indianer. Danach verschwanden sie aus dem Gebiet, und ihre Spur verlor sich.

Das Feuer wütete im Osten des Parks, breitete sich am Samstag auf ein Reservat der Ute-Indianer aus und zerstörte bis Sonntag 3.200 Hektar Buschland. Bereits am Donnerstag waren rund 1.000 Touristen nach Ausbruch des Brandes in Sicherheit gebracht worden. Etwa 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die von steilen Schluchten geprägte Topographie des Parks behinderte jedoch die Löscharbeiten.

Das vermutlich von einem Blitzschlag ausgelöste Feuer habe eine Größe erreicht, dass die Einsatzkräfte machtlos seien, sagte Tim Oliverious von der Parkverwaltung. Nötig sei eine Wetteränderung, doch danach sehe es derzeit nicht aus. Am Samstag brach 65 Kilometer nordwestlich ein zweites Feuer aus. Weitere Brände wüteten in Südkalifornien - darunter auch im Nationalpark Death Valley - sowie im Osten Oregons.

(APA/AP)

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