Haradinaj vor UNO-Kriegsverbrechertribunal: "Nicht schuldig"

4. März 2007, 19:26
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Ex-Kosovo-Premier werden Kriegsverbrechen an Zivilisten vorgeworfen

Den Haag/Belgrad - Der ehemalige kosovo-albanische Ministerpräsident Ramush Haradinaj hat am heutigen Donnerstag vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal erneut auf "nicht schuldig" plädiert. Ebenso plädierten auch die beiden Mitangeklagten Idriz Balaj und Lahi Brahimaj auf nicht schuldig.

Kriegsverbrechen

Die Anklage mit insgesamt 37 Punkten wirft Haradinaj als einstigem Befehlshaber der "Befreiungsarmee des Kosovo" (UCK) im Westen der Provinz und seinen Mitkämpfern Kriegsverbrechen an serbischen und auch "nicht loyalen" albanischen Zivilisten im Sommer 1998 vor.

Der Prozess vor dem UNO-Tribunal soll am Montag beginnen und den Ankündigungen nach etwa neun Monate dauern. Die Anklage, die wiederholt über Probleme berichtete, aussagewillige Zeugen zu finden, will ihre Vorwürfe mit Hilfe von etwa 90 Zeugen beweisen.

Verteidigung bisher 7,5 Mio. Euro

Der Rechtsvertreter Haradinajs, der britische Anwalt Michael O`Reilly, erklärte kosovo-albanischen Medien gegenüber, dass die Vorbereitung der Verteidigung bisher 7,5 Mio. Euro gekostet habe. Auch würden noch zwei Millionen Euro benötigt.

Die Anklage gegen Haradinaj wurde im März 2005 veröffentlicht. Der damalige Ministerpräsident des Kosovo legte daraufhin sein Amt nieder und stellte sich dem Haager Tribunal. Er wurde bis zum Prozessbeginn freigelassen und war ins Tribunalsgefängnis erst an diesem Montag zurückgekehrt. Der Chef der regierenden Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) ist der einzige Haager Angeklagte, der sich auch politisch betätigen durfte.(APA)

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