Tank-Spionage auf heimischen Straßen

11. März 2007, 18:06
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Der "FuelSpy" sendet Daten über die günstigste Zapfsäule im Umkreis direkt an den Fahrer

Linz – Wer heute mit dem Auto fährt, muss tief in die Tasche greifen. Jene, die auf vier Räder nicht verzichten, trotzdem aber an der Zapfsäule ihr Geldbörsel schonen wollen, sollten jetzt auf ein innovative Idee von Studenten der Fachhochschule Hagenberg zurückgreifen. Die Computerspezialisten haben in Kooperation mit dem ÖAMTC und der Linzer Firma "Amit" ein System entwickelt, dass Autofahrern künftig die Möglichkeit bietet, via mobiles Endgerät die günstigste Tankstelle in ihrer Nähe zu finden.

PDA mit Billigsprit

Bisher waren die Daten über Spritpreise von rund 1630 österreichischen Tankstellen nur auf der Homepage des Autofahrerklubs abrufbar. Bei Diesel etwa könne "allein in Oberösterreich ein Preis_gefälle von 15 Cent pro Liter festgestellt werden", erläutert ÖAMTC-Oberösterreich-Direktor Josef Thurnhofer. Um aber den Preissturz nicht nur via Homepage transparent zu machen, wurde jetzt der "FuelSpy" (Tankspion) entwickelt. Das System kann auf verschiedene Arten genutzt werden: Ist im tragbaren PDA (Personal Digital Assistent) ein GPS-Modul integriert, übernimmt der "Spritspion" aus einem Programm die aktuellen Standortdaten und findet für den Anwender die billigsten Tankstellen in einem definierten Umkreis. Personen mit einer hohen Reisetätigkeit können das Fahrtziel eingeben, entlang der errechneten Route werden die günstigsten Tank-Möglichkeiten vorgeschlagen.

Einziges Manko: Derzeit ist der "Spritspion" nur in Verbindung mit dem Navigations-System "Tom Tom" anwendbar. Bei entsprechender Nachfrage sei eine Erweiterung auf andere Plattformen möglich, sagt Amit-Chef Stefan Dilly.

Benutzer, die kein GPS besitzen, können durch Angabe des Ortsnamens oder der Postleitzahl entsprechende Abfragen ausführen. Gerald Reisinger, Geschäftsführer der oberösterreichischen Fachhochschulen sieht im "FuelSpy" ein "FH-Musterbeispiel": ein funktionierender Mix aus Wirtschaftspartnern, Start-ups und motivierten Studenten. Dank permanenter Interaktion mit der Wirtschaft könnten sich diese nach Abschluss der Ausbildung eine Firma "aussuchen". (mro, DER STANDARD - Printausgabe, 2. März 2007)

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    Wo am billigsten gezapft werden kann, ermittelt künftig der "FuelSpy".

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