Zwangsausgleich für Jäger & Kronsteiner

20. März 2007, 12:53
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Fortbestand der nieder­österreichischen Elektrofirma ist gesichert

Tulln - Im Insolvenzverfahren der Elektrofirma Jäger & Kronsteiner mit Sitz in Sieghartskirchen (Bezirk Tulln) ist nun ein Zwangsausgleich erreicht worden. Schuldner und Gläubiger hatten sich in der Tagsatzung am Dienstag geeinigt, gab der Kreditschutzverband (KSV) in einer Aussendung am Donnerstag bekannt. Ein Abgleiten in die Liquidation sei damit definitiv vom Tisch, der Fortbestand des Unternehmens gesichert und zugleich über hundert Jobs gerettet.

Zuversicht

Mit großer Mehrheit sei ein 20-Prozent Ausgleich von den über 300 Gläubigern angenommen worden. "Ausschlaggebend für die Entscheidung der Gläubiger den Zwangsausgleich anzunehmen war der Umstand, dass sie bei Zerschlagung des Betriebes bestenfalls vier bis fünf Prozent erhielten", hieß es in der KSV-Aussendung. "Die Eigentümer sind zuversichtlich, die festgelegte Quote aus den künftigen Betriebsergebnissen bestreiten zu können. Die Auftragslage ist gut, der Betrieb hat wieder Warmluft unter den Flügeln bekommen, mittlerweile ist man wieder in der Gewinnzone", sagte Insolvenzexperte Kurt Haendel vom KSV.

Die Ausgleichsvereinbarung sieht im Detail eine Teilbarquote von 7 Prozent vor, die innerhalb von 14 Tagen nach rechtskräftiger Zwangsausgleichs-Bestätigung zu bezahlen ist. Weitere 6 Prozent werden im Februar 2008 fällig, 7 Prozent ein Jahr darauf. Zum Konkurs haben 315 Gläubiger, darunter 120 Dienstnehmer, Forderungen von rund 6 Mio. Euro angemeldet. Abzüglich nicht anerkannter Forderungen und im Schuldnervermögen besicherter Pfandforderungen, betragen die am Zwangsausgleich quotenmäßig teilnehmenden Konkursforderungen rund 5 Mio. Euro. Zur Erfüllung der 20 Prozent sind innerhalb der nächsten zwei Jahre rund 1 Mio. Euro nötig.

Konkurs im September

Der Elektrofachbetrieb musste Mitte September des Vorjahres den Konkurs anmelden. Eklatante Kalkulationsfehler, man verlor bei zwei missglückten Wiener Großobjektaufträgen 1,4 Mio. Euro und Forderungsverluste durch Insolvenzen auf der Kundenseite, waren Hauptgründe für die Pleite.

Das Elektroinstallations-Unternehmen wurde 1998 durch die beiden Geschäftsführer Manfred Jäger und Manfred Kronsteiner gegründet. Anfangs waren 15 Mitarbeiter beschäftigt, in Spitzenzeiten über 160, aktuell sind es 102. Neben dem Hauptstandort in Sieghartskirchen bestehen Niederlassungen in Pulkau, Weitersfeld und Wien. Der Haupttätigkeitsbereich umfasst elektro- und heizungstechnische Installationen. Unter anderem werden elektrotechnische Schalt-, Steuer- und Regelanlagen für die Pharmaindustrie sowie für Klär- und Biogasanlagen produziert. Der Betrieb wird in vollem Umfang an allen vier Standorten fortgeführt. Lediglich die defizitäre Großhandelssparte wurde geschlossen. (APA)

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