"Attwenger Adventure" eröffnet Crossing Europe

8. März 2007, 16:37
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Linzer Filmfestival startet am 24. April mit Uraufführung des Musikerporträts und zwei Österreich-Premieren

Linz - Die vierte Auflage des internationalen Filmfestivals Crossing Europe in Linz eröffnet mit einer Uraufführung: Eine Doku von Markus Kaiser-Mühlecker porträtiert ein Arbeitsjahr des Musikerduos Attwenger. Neben "Attwenger Adventure" werden am 24. April auch zwei Österreich-Premieren gezeigt.

Kaiser-Mühlecker wollte Markus Binder und Hans-Peter Falkner ursprünglich nur ein Konzert lang für eine DVD-Edition filmen. Herausgekommen ist schließlich eine dokumentarische Begleitung des Linzer Akkordeon-Schlagzeug-Gespanns, das aus der österreichischen Alternativszene nicht mehr wegzudenken ist. Das auf Video gedrehte "Attwenger Adventure" ist nach Wolfgang Murnbergers "Attwengerfilm" bereits das zweite Filmdokument über die Band.

"August Days"

Am Eröffnungsabend wird zudem erstmals in Österreich "The End of the Neubacher Project" gezeigt. Der Amerikaner Marcus J. Carney hatte die Dokumentation, mit der er acht Jahre lang beschäftigt war, ursprünglich als Aufarbeitung der Familiengeschichte in der NS-Zeit angelegt. Während der Dreharbeiten starb seine Großmutter, und seine Mutter erkrankte an Krebs. Der Filmemacher entdeckte daraufhin tiefere Verstrickungen und die angestrengte Vergangenheitsverdrängung einer Familie hochrangiger Nazis, die weder trauern noch mit Schuld umgehen kann.

Den dritten Film zum Start von Crossing Europe steuert der spanische Filmemacher Marc Recha bei, dem das Festival auch das diesjährige Tribute widmet: Bei "Dies d'Agost/August Days" verschwimmen die Grenzen zwischen Dokumentation, Fiktion und Improvisation. In den Hauptrollen agieren Recha selbst und sein Bruder David, die zu einer Reise durch Katalonien aufbrechen. Bei ihrem Ausflug machen die beiden interessante Zufallsbekanntschaften und tauchen wie nebenbei auch in die bewegte politische Vergangenheit ein.

Vorerst Diagonale

Vom ersten Jahr an sind bei Crossing Europe Grenzgänger zwischen Film und bildender Kunst als Artist in Residence gemeinsamer Gast des Festivals und des Linzer O.K Centrum für Gegenwartskunst. Heuer folgt Selja Kameric der Einladung nach Linz. Im Zentrum des aus Fotos, Videos und Aktionen im öffentlichen Raum bestehenden Oeuvres der Künstlerin steht die Verarbeitung der vierjährigen Belagerung ihrer Heimatstadt Sarajevo.

Die Diagonale 07, die von 19. bis 25. März in Graz über die Bühne geht, hat Crossing-Europe-Leiterin Christine Dollhofer eingeladen, ein Programm zu gestalten. Sie wird dabei einen Ausblick auf das Linzer Festival geben. (APA)

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    foto: crossingeurope
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