Italien vor dem Filmstart von "Shooting Silvio"

1. März 2007, 12:05
posten

Surrealer Streifen über einen Berlusconi-Hasser

Rom - Nach dem "Kaiman" von Nanni Moretti und "Bye Bye Berlusconi" von Jan Henrik Stalberg kommt in Italien nun ein weiterer Film über den italienischen Oppositionsführer und Medienzaren Silvio Berlusconi in die Kinos. "Shooting Silvio" ist ein surrealer Streifen über einen Plan zur Ermordung des Politikers und der Debütfilm des jungen Regisseur Berardo Carboni.

Der Streifen kreist um die Persönlichkeit eines jungen und reichen Mannes, Giovanni Crea, Kurtz genannt, der von Berlusconis Persönlichkeit besessen ist. Kurtz schreibt zuerst ein Buch mit 100 Gründen und Methoden, um Berlusconi umzubringen. Danach arbeitet er selber einen Plan aus, um den TV-König zu entführen und töten.

Silvio filmen

"Den Film habe ich vor vier Jahren entworfen, als ich wegen der politischen Situation in Italien stark deprimiert war. Ich will vor allem die Existenzschwierigkeiten einer Generation beschreiben, die sich mit einer gewissen Gesellschaft nicht mehr identifizieren kann. Ich will keineswegs zur Gewalt aufhetzen. Der Film beschreibt einerseits die Ablehnung gegenüber Berlusconis Macht, aber auch gegenüber der Gewalt. Nicht umsonst hat 'Shooting Silvio' eine doppelte Bedeutung: Auf Silvio schießen, aber auch Silvio filmen", berichtete der 31-jährige Regisseur.

Klagen von Seiten Berlusconis befürchtet Carboni nicht. "In diesen Tagen ist ein ähnlicher Film über den US-Präsidenten George W. Bush ('Death of a President', Anm.) erschienen. Ähnliche Themen sind auch Inhalt vieler Bücher. Meine Hoffnung ist, dass Berlusconi den Film sehen wird", so der Regisseur. (APA)

Share if you care.