Florenz: Proteste gegen Da-Vinci-Leihgabe

1. März 2007, 11:11
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"Verkündigung" der Uffizien soll für eine Ausstellung nach Tokio übersiedeln

Rom - In Florenz ist ein heftiger Protest gegen die Pläne der Uffizien ausgebrochen, Leonardo da Vincis Meisterwerk "Die Verkündigung" nach Tokio zu bringen, wo das wertvolle Gemälde ausgestellt werden soll. Das Bild soll am 12. März vom römischen Flughafen Fiumicino nach Japan geflogen werden, doch eine Reihe von Intellektuellen und Politikern in Florenz stemmen sich gegen eine Leihgabe.

297 Persönlichkeiten der Stadt, darunter der Regisseur Franco Zeffirelli und die Kunsthistorikerin Mina Gregori, haben ein Dokument unterzeichnet, in dem sie gegen den Transport des Gemäldes protestieren, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Donnerstag. Einige Personen drohten sogar, sich an die Tore der Uffizien zu ketten, um eine Ausfuhr des zwischen 1472 und 1475 gemalten Bildes zu verhindern.

Die Leiter der Uffizien versicherten, dass schärfste Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz des Leonardo-Werks ergriffen worden sind. Das Bild, das seit 1867 in den Uffizien bewahrt wird, soll in einer Kristalltheke transportiert werden, die die Temperatur stabil hält und das Werk vor Feuchtigkeit schützt. Das 217 Zentimeter lange und 98 Zentimeter hohe Werk soll auf der Reise zum Flughafen Roms von der Polizei eskortiert werden und wurde für 100 Millionen Euro versichert. Der Architekt der Uffizien, Antonio Godoli, wird das Gemälde auf die Japan-Reise begleiten.

Leonardos Meisterwerk wurde für das Kloster San Bartolomeo in Monte Oliveto gemalt. Bis zur Aufnahme der "Verkündigung" in die Sammlung der Uffizien 1867 galt das Gemälde als ein Werk Domenico Ghirlandaios. Sicher von Leonardo stammen Arm und Kopf des Engels und der Faltenwurf der Kleidung Mariens. Röntgenaufnahmen und Infrarotreflektogramme brachten viele Überarbeitungen zu Tage; der Kopf der Jungfrau verbirgt unter seiner heutigen Version eine andere, die komplett übermalt wurde. (APA)

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