Youtube aus Schulen verbannt

von Redaktion  |  13. März 2007, 10:15
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    Auf Youtube finden sich unter dem Stichwort "bullying" zahlreiche Einsendungen zu dem Thema, darunter auch einige Anti-Mobbing-Kampagnen. (im Bild: gestellte Szene)

Australien: Schüler filmten sexuellen Übergriff auf ein mental beeinträchtigtes Mädchen und stellten das Video online - Konsequenz: Symptom-Bekämpfung?

In Bundesstaat Victoria, Australien, verwehren die Behörden den insgesamt 1.600 öffentlichen Schulen den Zugang zu der beliebten Video-Plattform Youtube, in der Hoffnung den aufkommenden Trend zum Cyber-Bullying abzuschwächen. Die Maßnahme folgt dem öffentlichen Empörungsschrei, nachdem eine Gruppe von 12 Jugendlichen ein geistig leicht zurückgebliebenes Mädchen genötigt hatte sexuelle Handlungen zu tätigen. Anschließend urinierten die Teenager auf sie, setzten ihre Haare in Brand und stellten das gefilmte Geschehen unter anderem auch auf Youtube.

Konsequenz

Die Ministerin für Bildungsinfrastruktur Jacinta Allan lies darauf verkünden, dass "die Regierung Mobbing in Schulen niemals toleriert hat und diese Null-Toleranz würde auch auf die Online-Welt übergreifen". "Alle Schüler haben das Recht in einer sicheren und fördernden Umgebung zu lernen - dies inkludiert, die Internet-Erfahrungen der Schüler so sicher und produktiv wie möglich zu machen", so Allan.

Verstörend

Der Direktor des australischen "High Tech Crime Center", Kevin Zuccato, betont, dass der Übergriff auf das 17-jährige Mädchen im vergangenen Jahr ein verstörendes Beispiel für Cyber-Bullying sei. "Cyber-Bullying zwischen Kindern nimmt zu. Social-Network-Seiten stellen für Kinder auch ein Risiko dar", so Zuccato.

Ausweg

Mit dem Bann soll den Mobbern die Verbreitungsplattform genommen werden, die es ihnen ermöglicht sich öffentlich mit ihren Taten brüsten zu können. Diese neue Dimension des Mobbing ist auch in unseren Breitengraden nichts Neues. Die Täter verwenden häufig Handy-Kameras, um Angriffe auf Kollegen aufzuzeichnen und um sie dann ihren Freunden zu zeigen oder gar online zu verbreiten. Ob ein genereller Bann von Webseiten oder technischen Geräten allein dem traurigen Trend eine Wende setzen kann, ist fraglich. Präventivmaßnahmen zur Besänftigung potentieller Aggressoren, wie die Verringerungen der Schülerzahlen in den Klassen oder die individuelle Betreuung und Förderung von Kindern, wären möglicherweise zielführender. (Zsolt Wilhelm)

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Youtube

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der postbote
02.03.2007 14:43
dann stellen die das eben über ihren laptop mit einwahlkarte oder wlan ins netz

oder von zuhause.

fazit: bringt absolut nix und ist vom gedankengut her bedenklich und öffnet weiteren kontrollideen tür und tor

Markus KA
02.03.2007 12:48

Sowas gabs leider schon immer und wirds immer geben.

Tuts doch nicht so erschüttert, neu ist das ganz sicher nicht, wer sowas als "Zeichen der Zeit" abtut muss bisher ziemlich naiv durchs Leben getaumelt sein.

Jiri Bodkan
04.03.2007 08:52

ich finde jeder, der in seiner schulzeit (irgendwann längst her) so etwas erlebt hat, soll ihnen einen grünen strich geben. meinen haben sie schon.

man sollte das problem einmal wirklich angehen und nicht wie bei uns totschweigen oder wie hier an den symptomen herumdoktern.

kabelwurm  
02.03.2007 11:58
an alle "zu meiner zeit hat's das nicht gegeben" poster.

"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Sokrates 470-399 v.Chr.

die jugendlichen früher waren nicht besser als die heutige jugend.
internet und globalisierung verursachen, dass man nun die untaten von australischen jugendlichen auch bei uns liest. - *das* hat's früher nicht gegeben.

zumindest kann ich von meinem standpunkt eines klar sagen:
viele untaten, die in meiner jugendzeit passierten und unbeachtet blieben, machen heute österreichweite schlagzeilen. - und das ist gut so.

Igor Gassner 
02.03.2007 10:57
In diesem Fall

wäre Aug umd Auge wirklich förderlich für die geistige Entwicklung der 12 offenbar sozial zurückgebliebenen Mitschülerinnen.

Aracni Santini
02.03.2007 10:52
Unterscheidet unser Hirn Real und Irreal?

Ich denke nicht. Über Jahr-Millionen war alles was wir gesehen haben die Realität. Radio u. Fernsehen (Monitore aller Art) gibt es erst seit kurzem. Wenn wir wach sind, denken wir zwar, das ist nur ein Film etc. - aber dort, wo die Bilder gespeichert werden im Hirn - ist es da auch so? - Ich denke nicht. Ich kann das bei meiner kleinen Tochter gut beobachten. Wenn die irgendetwas im Fernsehen sieht, wird das für Sie zur Realität. Einmal nicht aufgepasst und sie sucht überall in der Wohnung Saurier (Weil sie im Babyfernsehen Vorschau von Harrypotter Monster gezeigt haben!!). Für sie sind die dann real. Ich glaube nicht, dass unser Hirn Bilder in real u. irreal einteilen kann. Wenn wir dann handeln, dann eben auf Grund allem jemals gesehenem.

Andreas Schneider
06.03.2007 11:00
das ist unsinn

natürlich unterscheiden "wir" zwischen real und irreal.

"wir" sind alle menschen mit zwei ausnahmen: leute mit extrem seltenen geisteskrankheiten und kleinkinder. wie alles andere muss natürlich auch die unterscheidung zwischen real/nicht real von kindern erst gelernt werden, und bevor diese lektion "sitzt", sollte man vorsicht walten lassen - so wie sie das bei ihrer kleinen tochter machen. wobei es nicht darum geht, sie von saurier-bildern fernzuhalten, sondern ihr den unterschied zu erklären.

um sie zu beruhigen: geschichtenerzähler und höhlenmalereien gibt es seit es menschen gibt. die höhlenmalereien mögen an realitätsgrad nicht mit dem fernseher mithalten können, die geschichtenerzähler übertrafen das radio aber bei weitem.

madman
02.03.2007 10:03
wie

kommt man bloß auf die idee, sich so zu amüsieren? als judendlicher war ich bei gott kein engel und relativ produktiv beim blödsinnmachen, aber so eine schweinerei wäre mir nie eingefallen

kabelwurm  
02.03.2007 12:00

ihnen nicht, aber vielen ihrer altersgenossen ist's eingefallen.
mit dem unterschied, dass man damals nichts davon hörte.

Simba
02.03.2007 11:29

Naja. Folgendes: Als Pubertierende/r will man ausloten, was verbotenes tun, aufmüpfig sein, wild sein, frei sein... Wie zur Hölle soll man das erreichen, wenn alles, aber auch wirklich alles erlaubt ist. Als ich 18 war (und das ist nich so lange her) war man aufmüpfig, wenn man in Straßenschuhen und mit Kaugummi zum Unterricht kam, Man war aufmüpfig, wenn man sich die Haare a bissi grün gefärbt hat und unter der Stunde die Füße auf den Tisch gelegt hat oder anarchistische Parolen zum Besten gegeben hat oder auf dem KLo geraucht hat. Alles gemacht - für (fast) alles bestraft worden - sich als Held gefühlt. Nur jetzt ist eben alles erlaubt und es gibt nichts mehr, wogegen man sich auflehnen kann. Wie das Bedrürfnis nach Stunk befriedigen?

daGasche
02.03.2007 09:53
Reality TV

Man kann es diesen Jugendlichen gar nicht übel nehmen, wenn solche videos auf YouTube ins Netz gestellt werden .
Solange "Erwachsene Fernsehmacher" Reality TV konzipieren wie z.B "Österreich sucht den Superstar", "Big Brother", "Deutschland sucht das Supermodel", "Tausche Familie", "Die Supernanny" etc., wen wunderts dann, wenn Jugendliche es ihnen gleich machen wollen ? Nur um Nuancen härter !
Es lebe das Sichergötzen an anderen Schicksalen !!!

kabelwurm  
02.03.2007 12:01

wann lief "österreich sucht den superstar"?

im ernst:
wollen sie wirklich die übertragung einer talenteshow mit diesen videos vergleichen?

the_byte
02.03.2007 10:51
Um Nuancen härter ???

Der Vergleich zwischen solchen Exzessen und Hirnweichmachern wie DSDS etc. ist völliger Schwachsinn!
Solche sog. "Jugendlichen" haben keinerlei Unrechtsbewußtsein mehr, ich bedaure das sagen zu müßen aber: Die sollte man mal richtig durchprügeln, und zwar mit voller Härte, nicht um der Strafe willen, sondern damit sie die Schmerzen ihrer Opfer kennenlernen. Diese ganzen "Sozialprogramme" sind doch alle Schwachsinn, sieht man doch was da rauskommt. Sind dadurch derartige Aktionen weniger geworden? NEIN, im Gegenteil, an den Schulen geht's heute schlimmer zu als je zuvor! Warum ? Weil der Täter durch Sozialarbeit etc. nicht bestraft wird. Daß man Unrecht getan hat, lernt man nur, wenn's einem selber weh tut, finanziell oder sonstwie!

kabelwurm  
02.03.2007 11:33

sind's in ihrer jugend auch mit voller härte durchgeprügelt worden?

und damals hat's das nicht gegeben?

Ex-Mühviadla
02.03.2007 10:28
Aha,

so wie man Killerspiel-Spielern nicht vorwerfen kann, dass sie Leute umbringen, gell? Weil da lernen die das ja.

I Need To Watch Things Die......From a Di
02.03.2007 09:47
Gott bin ich froh

dass ich nicht zu dieser gesellschaftsverstörten generation gehöre, damals in der schule war das mobbing ja schon verletzend genug, und jetzt kommt auch noch dazu dass man sich das ganze wann immer man will sich zu gemüte führt, und so seine eigene hemmschwelle herabsetzt. was die gesellschaft hier züchtet wird verheerende folgen haben, vielleicht werden diese menschen sogar das system zu grunde richten, man braucht sich ja nur die entwicklungen anschauen, sexualität, gewalt, entertainment/gewalt, käfiglandschaft, von wegen meinungsfreiheit(in manchen fällen spielts das nicht, und in zukunft schon gar nicht, die jugend hat ihre eigenen gesetze, die immer instinktmässiger werden, weil die normalen zu inhuman sind, klingt komisch is aber so)

Christoph Kaminsky
02.03.2007 07:38
Was erwartet man sich?

Erziehung zu sozialer Disziplin, Normorientierung und Sittlichkeit ist seit Jahrzehnten passé. Der pädagogische Wahnwitz des laissez faire ist und hat Methode und gleicht dem faulen Stamm, der faule Früchte trägt. Zucht und Ordnung sind Unworte. Wen wundert es, wenn statt freier Menschen Barbaren aus den Löchern hervor kriechen?

Aracni Santini
02.03.2007 11:00
Villeicht nicht gerade das aber

möglicherweise hat es auch Einfluss, dass wir unsere Kinder schon im Babyalter in die Kinderkrippe abschieben müssen etc. Auch wenn sie krank sind leiden sie unter Liebesentzug weil sie da beinhart in den Kindergarten gesteckt werden und mit Medikamenten vollgepumpt werden. Die familiäre Wärme kommt da zu kurz. Und Scheidungen? Ich kenne Scheidungskinder, die sind geschädigt fürs leben. Die merken auch genau wie lieblos die Welt ist. Sie können damit leben, aber verarbeiten werden sie es nie. Wieviele Ehen werden bei uns schon geschieden? Die Rücksichtslosigkeit der Eltern (auch wenn viele nicht anders können) wirkt sich sicher enorm aus. Die Kinder verhalten sich dann auch so.

bobsix
02.03.2007 10:50
zucht und ordnung

sind nicht das problem. kinder imitieren, was sie vorgesetzt bekommen, handeln nach dem verhalten ihrer idole. das heißt nicht, dass jeder, der kriegsspiele am computer spielt gleich losrennt und leute umballert.
das problem liegt vielmehr darin, dass papa und mama leider oft so sehr mit geld verdienen und ausgeben beschäftigt sind, dass sie ganz darauf "vergessen", ihren kindern ein vorbild zu sein - und der ersatz ist dann halt jackass oder ähnlicher schrott.
wie sollen unsere kinder soziale kompetenz lernen, wenn wir mit ihnen am samstag nicht in den wald sondern shoppen gehen, wenn papa seinen bmw anpreist während die welt im co2 erstickt, wenn wir kinder stundenlang vor den fernseher setzen, statt sich mit ihnen auseinander zu setzen!

rank7ge
02.03.2007 08:46

Zucht und autoritäre Disziplinierungen sind allerdings kein Mittel, Barbarei einzudämmen, die Geschichte lehrt uns das nur allzu deutlich. Die Verrohung von Kindern und Jugendlichen am nicht verrohten Verhalten Erwachsener ihnen gegenüber festzumachen, ist Humbug.
Man erzieht, so man es tut, heutzutage auch nicht bloß zu sozialer Disziplin, sondern zu sozialem Bewußtsein, denn nur aus diesem heraus kann ein Mensch sozial verantwortungsbewußt agieren.

rudolf weiss1  
02.03.2007 10:22
Verrohung

Die Sache ist ganz einfach:
Wer eine derartig riesige Plattform Millionen Menschen zur verfügung stellt, hat ebenso riesige Verantwortung.
Wegschaun, lüstern hinschaun und empört sein ändert nix.
Wir haben alle soziale Verantwortung in unserem Lebensbereichen, tragen wir die?
Offensichtlich ungenügend.

Simba
02.03.2007 09:56

Man soll und darf Kindern und Jugendlichen ja nicht verroht gegenüber treten. Aber "Diszipiln" und "Ordnung" und "Regeln" haben nicht automatisch etwas mit Gewalt und Verrohung zu tun.

Hans Müller1
02.03.2007 09:10
Klingt gut, theoretisch

m.A. nach sieht die Praxis aber eher so aus dass die Eltern aufgrund fehlender Normorientierung gar nicht wissen wie sie "soziale Verantwortung" formulieren sollen, übrig bleibt dann mit dem Strom zu schwimmen.
Der Mensch reagiert nun mal auf Belohnung und Bestrafung, jeder der ehrlich ist kann das auch an sich selbst beobachten. Von jemandem der nach bestimmten Werten zur Disziplin erzogen wurde (und Disziplin bedeutet nicht Autoritätshörigkeit) kann man sich sich mehr Zivilcourage erwarten

Grenzfall 
01.03.2007 20:54
Mein Gott

wie krank muss man sein ... ***kopfschüttel***

The Alien  
02.03.2007 08:22

Aufgrund Ihres Postings gehe ich davon aus, dass auch Sie einer Generation angehören, die erwartet, dass all diese "Kranken" in absehbarer Zeit einmal Ihre Pension zahlen werden? ;-)

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