Wüstenrot mit Mini-Bawag-Anteil

20. März 2007, 11:02
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Riess-Passer: Bisherige Gewerkschaftsbank brachte der Bausparkasse im Vorjahr 44.000 Verträge, mehr als BA-CA

Wien – Der Anteil der Wüstenrot-Holding an der Bawag P.S.K. wird „eher bei ein als bei zwei Prozent liegen“, sagte Wüstenrot-Bauspar-Chefin Susanne Riess-Passer am Mittwochabend vor Journalisten. Abhängig sei das Ausmaß vor allem von der Frage, mit wie viel die Post dabei sei. Auf die Post dürfte der größte Teil des Österreicher-Pakets entfallen, das insgesamt im einstelligen Prozentbereich liegen wird. Der US-Fonds Cerberus als künftiger Bawag-Haupteigentümer nimmt wie berichtet neben Wüstenrot auch noch Generali Wien sowie mehrere Industrielle (Androsch, Schaschl, Rauch, Marsoner) mit an Bord. Wüstenrot werde gleich ab dem für Mai erwarteten Closing der insgesamt 3,2 Mrd. Euro schweren Übernahme an der Bank beteiligt sein, so Riess-Passer.

Fehlender Vertrieb

Hauptproblem von Wüstenrot sei, so die Generalin, der fehlende eigene Bank-Vertrieb. Das macht sich vor allem bei den Ausleihungen bemerkbar. So sanken die Ausleihungen im Vorjahr von von 2,7 auf 2,6 Mrd. Euro. Zum Verleich: Alle vier Bausparkassen steigerten die aushaftenden Darlehen im Vorjahr von 13,6 auf 13,8 Mrd. Euro. Wüstenrot verkaufte 44.000 Ansparverträge über die Bawag und 40.000 über die BA-CA. Die S-Bausparkasse verkaufte über die BA-CA mehr als 50.000 Verträge. Die Zahl dürfte aber geringer werden, weil die BA-CA 26 Prozent an Wüstenrot hält. Die Defizite bei den Ausleihungen will Wüstenrot, die Nummer drei am Markt, mit einem verbesserten Außendienst und Immobilbienfinanzierungen bekämpfen. Als "Zuckerl" gibt es ab März einen Bildungsscheck von 380 Euro für alle neuen Darlehen ab 7000 Euro bei erfolgreichem Abschluss der Ausbildung. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe 2.3.2007)

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