Smutna hofft auf Top-20-Platz

3. März 2007, 09:00
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Am Samstag stehen das 30-km-Rennen an - Nach Theurl-Medaille kam kein Boom, sondern der Rückfall in die Be­deutungslosigkeit

Sapporo - Sie ist gebürtige Tschechin, seit März des Vorjahres Österreicherin und derzeit die große Hoffnung auf einen Aufwärtstrend im ÖSV-Damen-Langlauf. Katerina Smutna startet am Samstag (05:30/live ORF 1) im 30-km-Massenstart-Rennen (klassisch) bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Sapporo. Die 23-Jährige wird als erste ÖSV-Dame seit acht Jahren in WM-Ergebnislisten aufscheinen. Geht es nach ihren Wünschen und denen ihrer Betreuer, soll ein Top-20-Resultat herausschauen.

Acht Jahre nach dem bisher einzigen Edelmetall einer nordischen ÖSV-Dame überhaupt, als Maria Theurl 1999 bei der Heim-WM in der Ramsau über 15 km Bronze geholt hatte, steht der Damen-Langlauf in Österreich wieder fast am Anfang. Der damals erhoffte Aufschwung ist ausgeblieben.

"Wir brauchen die Katerina, der Damenlanglauf braucht ein Zugpferd. Mit der Maria (Theurl) haben wir es nicht geschafft", weiß auch Markus Gandler, der für Langlauf und Biathlon zuständige Nordische Direktor. Schon in der Schüler-1-Kategorie gäbe es nur 10 bis 15 Mädchen österreichweit, die sich interessieren, da bleiben bis zum Erwachsenenalter wenige über. "Es ist eine dünne Schicht. Es für mich ein Phänomen, dass die Mädels bei uns so zaghaft einsteigen."

Dabei seien die Voraussetzungen seit den Zeiten einer Theurl auch für die Damen viel besser. "Früher waren sie Einzelkämpferinnen, heute sind sie den Männern gleichgestellt. Wir arbeiten hart mit den Vereinen, es gibt spezielle Förderungen für Mädchen, aber wir müssen sie erst einmal kriegen", stöhnt "Gandi".

Mit Smutna, die in Schleching (Bayern) bei Verwandten lebt und für den HSV Saalfelden startet, soll es aufwärts gehen, auch wenn sie derzeit von der Klasse her in Österreich allein auf weiter Flur ist. "Sie hat für mich eine sensationelle Saison abgeliefert", ist Gandler überrascht. Eigentlich sollte sie in den Weltcup nur hineinschnuppern, doch sie hat schon ein gutes Level erreicht.

Im WM-Winter war bisher kein 30-km-Rennen im Kalender, Smutna ist als Spezialistin im klassischen Stil in zwei 10-km-Rennen auf den Plätzen 17 und 18 gelandet. ÖSV-Trainer Bernd Raupach ist für den WM-Bewerb optimistisch. "Die Strecke ist fast wie für sie gemacht, bergauf ist sie sehr stark", erklärte der Bayer. Die Verkühlung nach dem 11. Platz im WM-Sprint, die sie auf die Verfolgung und das 10-km-Rennen verzichten hatte lassen, ist abgeklungen. "Platz 10 bis 15 wäre das Optimum, läuferisch hätte sie das drauf. Aber wir müssen ihr noch lernen, dass sie auch die Ellbogen einsetzt, das ist im Massenstartrennen am Anfang wichtig", sagte Cheftrainer Franz Gattermann.

Smutna war übrigens 2003 nach der WM im Val di Fiemme nach einer Virus-Erkrankung aus dem tschechischen A-Kader geflogen. So kam sie nach Österreich und nahm ihren Freund und Coach Radim Duda gleich mit. Als einzige Frau im ÖSV-Team ist sie freilich einsam, eine starke Teamkollegin wäre ihr recht. "Leider kommt von unten nicht viel nach", weiß aber auch sie. Neben der guten Integration bei Hoffmann und Co., mit denen sie auch Fußball spielt, hat sie in Sapporo aber auch noch die tschechischen Ex-Kolleginnen im Hotel.

So richtig als Österreicherin fühlt sie sich nicht. Liberec 2009 sieht sie "schon irgendwie" als Heim-WM. Und ob sie den österreichischen Pass auch nach der Sportkarriere behalten wird, weiß sie noch nicht. Für die lange Distanz gilt Smutna jedenfalls auch bis zu den Olympischen Spielen 2010 als einzige ÖSV-Kandidatin. "Vielleicht kommt im Sprint noch die eine oder andere dazu", so Gandler.(APA)

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    Katerina Smutna

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