Puttfarcken optimistisch für deutsche Airbus-Werke

19. März 2007, 11:12
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Aufruf zu Besonnenheit bezüglich Sanierungsprogramm

Hamburg - Der Geschäftsführer von Airbus Deutschland, Gerhard Puttfarcken, sieht trotz der Verkaufspläne bei dem europäischen Flugzeugbauer gute Perspektiven für die deutschen Airbus-Werke. "Die Voraussetzungen sind gut, die Auslastung ist über Jahre gegeben", sagte Puttfarcken in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa). Er werde sich am Freitag dem Dialog mit dem Mitarbeitern stellen und Betriebsversammlungen in den Werken besuchen.

"Sorgfalt geht vor Schnelligkeit", sagte der Airbus-Deutschlandchef mit Blick auf die Suche nach Kooperationspartnern und Kaufinteressenten für die Werke in Nordenham, Varel und Laupheim. Er rief angesichts der spontanen Arbeitsniederlegungen nach Bekanntgabe des Sanierungsprogramms "Power8" am Mittwoch zur Besonnenheit auf. Die Situation sei aber schwierig. "Wir haben uns da eine Menge vorgenommen, das ist nicht einfach im Reiseflug zu erledigen."

Kein Krisenfall

Puttfarcken warnte davor, Airbus insgesamt als Krisenfall und unsicheren Arbeitgeber zu sehen. "Wir suchen weiterhin zum Beispiel Ingenieure im Bereich Kabine und Elektrik", sagte der Manager. "Wir können Bewerbern auch eine langfristige Perspektive bieten."

Die Diskussion um ein Nachfolgemodell für die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der A320-Familie ist nach Angaben von Puttfarcken eher eine langfristige Frage: "Wir haben derzeit noch einen riesigen Auftragsbestand für das aktuelle Modell, der erstmal abgearbeitet werden muss." Für die A318, A319, A320 und A321 verbuchte Airbus insgesamt bisher rund 7.000 Aufträge, 2.000 davon sind noch nicht abgearbeitet.

Nach wochenlangen Spekulationen war es am Mittwoch fix: Der Mutterkonzern EADS bestätigte, dass Airbus fast jeder fünfte Mitarbeiter gehen muss. In den kommenden vier Jahren sollen 10.000 Stellen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien wegfallen, die eine Hälfte bei Airbus selbst, die andere in Form von Zeitarbeitern. Zudem sollen drei Werke verkauft werden, darunter eines in Niedersachsen und eines in Baden-Württemberg in Deutschland. Auslöser der Krise war der neue doppelstöckige Super-Airbus A380. Schwierigkeiten beim Einbau der umfangreichen Verkabelung verzögerten die Auslieferung um zwei Jahre und bescherten Airbus rote Zahlen. (APA/dpa)

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