Belgrad will 800 Polizisten in den Kosovo schicken

8. März 2007, 19:19
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Raskovic-Ivic: Zur Bewachung serbisch-orthodoxer Kulturstätten - Vertreter Pristinas spricht von "Provokation"

Wien/Belgrad - Belgrad hat vorgeschlagen, dass die serbisch-orthodoxen Kulturstätten und Denkmäler im Kosovo von der internationalen Schutztruppe und 800 serbischen Polizisten bewacht werden sollen. Das teilte die Leiterin der serbischen Kosovo-Behörde, Sanda Raskovic-Ivic, zum Abschluss der Wiener Gespräche vom Mittwoch, die dem Schutz von Kulturgut in der von der UNO verwalteten serbischen Provinz gewidmet waren, mit. Belgrad stützt seine Forderung auf die UNO-Resolution 1244 vom Juni 1999.

Ylber Hisa, der für Pristina die Gespräche leitete, bezeichnete den Vorschlag Belgrads als "Provokation". Die Wiener Gespräche bezögen sich auf jene Lösung, die im Kosovo gelten werde, wenn die UNO-Resolution 1244 nicht mehr in Kraft sei, meinte er. Entsprechend der Resolution wird der Kosovo als Bestandteil Serbiens behandelt. Ihre Bestimmung, wonach eine bestimmte Anzahl serbischer Soldaten zur Bewachung von Kulturstätten in die Provinz zurückkehren dürfte, wurde nie umgesetzt.

Künftig von lokaler Polizei bewacht

Laut einem Vorschlag des UNO-Chefverhandlers Martti Ahtisaari sollen serbische Kulturdenkmäler künftig von der lokalen Polizei und internationalen Soldaten bewacht werden. Am Donnerstag sollen die Verhandlerteams Pristinas und Belgrads im Rahmen der Wiener Gespräche Sicherheitsfragen debattieren. (APA)

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