Deutschland: Mysteriöser Fund von angereichertem Uran in Privatgarten

4. März 2007, 19:45
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Gartenbeitzer versuchte seit zehn Jahren Polizei zur Suche zu bewegen Strahlentrupp rückte erst nach Brief an Angela Merkel aus

Hannover - Mysteriöser Fund im deutschen Bundesland Niedersachsen: Im Garten eines Privatmannes stellte das niedersächsische Umweltministerium knapp 110 Gramm angereichertes Uran sicher, wie es in Brennstäben deutscher Atomkraftwerke verwendet wird. Nach Mitteilung der Experten sei das Uran "nicht waffenfähig". Eine Gesundheitsgefahr sei nicht ausgegangen, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) am Mittwoch in Hannover.

Die Behörden hatten schon jahrelang Informationen über den Fall, aber unternahmen nichts. Laut Sander löste der Privatmann die Suchaktion selbst mit einem handschriftlichen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel aus.

Herkunft kann geklärt werden

Die sichergestellten 14 Pellets zu je 7,8 Gramm hatten einen Anreicherungsgrad von vier Prozent. Dies reicht für Reaktorbrennstoff aus. Für den Bau einer Atombombe ist dagegen eine Anreicherung von über 90 Prozent erforderlich. Kernbrennstoffe unterliegen strengen staatlichen und internationalen Kontrollen. Die Pellets sollen nun am Institut für Transuran in Karlsruhe untersucht werden. Sander zeigte sich sicher, dass dort "die Herkunft zweifelsfrei geklärt werden kann". Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Strahlenschutztrupp nach Brief an Merkel

Mysteriös ist der Fall auch deshalb, weil der Gartenbesitzer in einem Zeitraum von zehn Jahren immer wieder versucht haben soll, Behörden auf das Uran in seinem Garten aufmerksam zu machen. So soll er sich bisher erfolglos an die Polizei gewandt haben. Am 17. Jänner schrieb er schließlich an Merkel. Der Brief erreichte am 22. Februar das niedersächsische Umweltministerium, das noch am gleichen Tag einen Strahlenschutztrupp der Gewerbeaufsicht schickte und das Uran sicher stellte. Es war nach Angaben der Fachleute des Ministeriums "fachmännisch in einem Stahlbehälter verpackt". (APA)

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