Drastische Gefahren durch gefälschte Medikamente

4. März 2007, 19:45
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Immer mehr Fälschungen von Medikamenten und Impfstoffen werden kriminell vertrieben

Nicht nur Suchtgifte überschwemmen den Schwarzmarkt. Immer mehr Fälschungen von Medikamenten und Impfstoffen werden kriminell vertrieben, warnen die Experten im neuesten UNO-Drogenbericht. Auch viele Internet-Apotheken agieren gesetzwidrig

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Wien - Die Palette der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen illegalen Drogen oder kontrollierten Substanzen ist in Besorgnis erregendem Ausmaß breiter geworden. Darüber hinaus gehen die Suchtgiftschmuggler immer neue Wege, zum Beispiel mittels transnationaler Verteilung gefälschter Medikamente und der Verwendung von Internet, Post und privaten Zustelldiensten. Das geht aus dem UNO-Drogenbericht 2006 hervor.

Internationale Zusammenarbeit

Auf diese Weise werden Patienten, die Medikamente auf dem Schwarzmarkt besorgen, einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt, da die gefälschten Arzneimittel unsicher, wirkungslos oder von geringer Qualität seien, warnt der Bericht, in dem dringend Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Phänomens gefordert werden. Nationale und internationale Stellen müssen enger zusammenarbeiten, um diesem Problem begegnen zu können.

Die gefährlichen Medikamente sind am meisten in Ländern im Umlauf, in denen Arzneimittel knapp sind und beschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten herrscht. Der Preis ist in der Regel niedriger als jener in Apotheken, der Bericht hebt signifikante Profite für die Produzenten gefälschter Präparate hervor. "Laut WHO sind schätzungsweise 25 bis 30 Prozent der in den Entwicklungsländern konsumierten Medikamente gefälscht", hält der Report fest. Die Folgen können fatal sein: Im Niger sind durch gefälschten Impfstoff schon im Jahr 1995 rund 2500 Menschen gestorben.

Gefahr vom Internet

Einer der Vertriebswege für gefälschte Medikamente sind Internet-Apotheken. Eine erst vor Kurzem durchgeführte Überprüfung von 185 solcher Einrichtungen in einem im Drogenreport nicht näher genannten Land ergab, dass davon 84 Prozent Benzodiazepine, 68 Prozent Opioide, acht Prozent Stimulantien und ein Prozent Barbiturate verkaufen. "89 Prozent der Internet-Apotheken verlangten kein Rezept", heißt es im Drogenreport.

Die Fachleute äußern auch ihre Besorgnis über den zunehmenden Kokain- sowie Heroinschmuggel über Afrika, was einerseits durch die steigende Nachfrage in Europa bedingt ist und andererseits an den nicht oder kaum vorhandenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Drogenringen liegt. In Europa selbst ist Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge, gefolgt von Ecstasy. Der Kontinent wurde mittlerweile nach Nordamerika der zweitgrößte Absatzmarkt für Kokain. (APA)

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    Impfstoffe in Entwicklungsländern sind oft gefälscht und damit bisweilen sogar lebensgefährlich

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