Zu viele Elefanten in Südafrika: Letzter Ausweg Abschuss

3. März 2007, 19:30
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Südafrika hat sich lange um die unpopuläre Maßnahme herumgedrückt - zur Aufrechterhaltung der ökologischen Vielfalt im Krüger-Nationalpark wird sie aber notwendig werden

Johannesburg - Während in den vergangenen anderthalb Jahren zehntausende Elefanten in Afrika getötet wurden und der illegale Elfenbeinhandel gedeiht wie nie, leiden manche Regionen unter einer "Elefantenschwemme". Südafrika etwa will künftig unter bestimmten Umständen im Krüger-Nationalpark wieder Elefanten töten, weil ihre Zahl dort überhand genommen hat.

Begründet wird die Tötung damit, dass die Elefanten die biologische Vielfalt im Krüger-Nationalpark bedrohen, viele andere Spezies haben darunter zu leiden. Das auch als "Culling" bezeichnete gezielte Abschießen der grauen Riesen war nach weltweiten Protesten 1994 gestoppt worden. Damals gab es dort 8.000 Elefanten, heute wird ihre Zahl auf 14.000 geschätzt.

Überaus unpopuläre Maßnahme

Umweltminister Marthinus van Schalkwyk verkündete, die geplante Tötungsmaßnahme sei nur ein Teil des von der Regierung gebilligten Parkmanagement-Plans. Der Entwurf, der noch öffentlich erörtert werden soll, führe "nicht sofort zum totalen Elefanten-Abschlachten". Das gezielte Töten sei Teil eines Plans, der auch Geburtenkontrolle, Umsiedlung und andere Kontrollmaßnahmen vorsieht. Wobei Umsiedlung oft nicht besonders wirksam ist: Zum einen kann nur eine begrenzte Anzahl an Tieren transportiert werden, zum anderen neigen Elefanten - insbesondere Bullen - dazu, in ihre alten Gebiete zurückzuwandern. Selbst über weite Strecken finden sie oft zurück.

Südafrika hatte die Veröffentlichung des Entwurfs immer wieder verschoben und angesichts der öffentlichen Kritik versucht, internationales Aufsehen zu vermeiden. Seit 2003 hatte die Regierung wiederholt in Experten-Konferenzen nach Alternativen gesucht, die meisten aber als zu aufwändig verworfen. (APA/dpa/red)

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    Eine der zahlreichen Elefantenherden im Krüger-Nationalpark

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