Mehrheiten für den Frieden

5. März 2007, 15:07
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Plädoyer für sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen

Wien - Im starken Widerspruch zur Auffassung, dass zwischen Israelis und Palästinensern wegen der Führungsschwächen auf beiden Seiten im Moment nichts gehen kann, standen am Dienstagabend bei einer Veranstaltung im Bruno-Kreisky-Forum Hillel Schenker und Ziad Abu-Zayyad. Israelis und Palästinenser, die gemeinsam auftreten, sind in der letzten Zeit eher rar geworden - die beiden Co-Herausgeber des Palestine-Israel Journal of Politics, Economics and Culture und frühen Friedensaktivisten waren der Meinung, dass eine Wiederaufnahme von Gesprächen nicht nur wichtig, sondern auch möglich sei.

Der "Aushöhlung" von Premier Ehud Olmerts Führerschaft stehe entgegen, dass ein Frieden mit den Palästinensern in der israelischen Gesellschaft noch immer eine Mehrheit habe, versicherte Schenker. Bis zu den nächsten Wahlen gebe es diese Gelegenheit. Und die Hamas, so Abu-Zayyad für die Palästinenser, habe die Wahlen ja genau deshalb gewonnen, weil die Fatah an der Spitze keinen Frieden bringen konnte.

Abu-Zayyad, der eine internationale Nahost-Friedenskonferenz - mit einer starken europäischen Rolle - für wichtig hält, sprach sich trotz seiner eigenen Ferne zur Hamas dafür aus, sich die Islamisten erst einmal in einer Regierung der Nationalen Einheit anzusehen und erst dann zu urteilen. Extreme Positionen würden sich immer nur in der Opposition behaupten.

Israels Anerkennung sei für die Hamas deshalb schwer, weil die PLO für den gleichen Schritt nie etwas bekommen habe. Und die internationale Gemeinschaft solle sich überlegen, ob nicht Verpflichtungen für beide Seiten angemessen seien. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 1.3.2007)

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