Permira kauft "Richterin Salesch"-Produktionsfirma MME

19. März 2007, 15:14
posten

US-Fonds sammelt neuen Baustein am Weg zur europäischen Fernsehproduktionsfirma

Der Finanzinvestor Permira kommt mit dem Aufbau einer europäischen Fernsehproduktionsfirma voran. Die vor kurzem von Permira übernommene britische All3Media legte am Donnerstag ein Angebot für den Berliner Konkurrenten MME Moviement vor. All3Media biete 7,00 Euro je Aktie, was einem Gesamtpreis von 78,3 Mio. Euro entspricht, teilten die beiden Firmen am Donnerstag mit.

Die MME-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von knapp 18 Prozent auf die Nachricht. Mit 6,89 Euro notierten die Papiere in etwa so hoch wie Ende 2000, als die damalige Me, Myself and Eye (MME) als eine der letzten Firmen an den Neuen Markt gegangen war - für einen Ausgabepreis von 7,00 Euro. MME ist für Fernsehproduktionen wie "Richterin Barbara Salesch", "Bauer sucht Frau" und "Niedrig & Kuhnt" bekannt.

Angeblich keine Kündigungen

All3Media hat sich von MME-Vorständen und Aufsichtsräten 42 Prozent der MME-Aktien bereits gesichert. Das Angebot für die restlichen Aktionäre steht unter dem Vorbehalt, dass All3Media mindestens 75 Prozent der Papiere angedient bekommt und die Kartellbehörden dem Deal zustimmen.

All3Media will nach Angaben eines Sprechers keine der rund 550 MME-Mitarbeiter in Berlin, Köln, Hamburg und München kündigen. Mit Hilfe der neuen Muttergesellschaft könne MME in England entwickelte TV-Formate für den deutschen Markt umsetzen, sagte ein MME-Sprecher.

Steve Morrison, der Chef der für Produktionen wie "Hollyoaks" bekannten britischen Firma, erklärte: "Wir sind sehr erfreut über die Möglichkeit, unser Geschäft in dem wichtigen deutschen Markt auszudehnen." Finanzinvestor Permira, der 51 Prozent an All3Media hält, hatte erklärt, die Firma sei eine ideale Plattform für weitere Käufe im Fernsehbereich. All3Media hat bereits einige Firmen der Branche zusammengekauft.

All3media setzte 2006 mit 950 Mitarbeitern 208 Mio. Pfund (309 Mio. Euro) um. MME erwartete für 2006 Erlöse von rund 90 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) werde voraussichtlich die Vorjahreshöhe von knapp sieben Mio. Euro erreichen - damit schriebe das Unternehmen zum vierten Mal in Folge schwarze Zahlen. (APA/Reuters)

Share if you care.