Peymann verteidigt Klar

4. März 2007, 16:17
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Ex-Burgchef: "Das sind auch meine Ansichten"

Berlin - Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hat die umstrittenen kapitalismuskritischen Äußerungen des deutschen Ex-Terroristen Christian Klar verteidigt. "Das sind auch meine Ansichten", sagte Peymann der Berliner Tageszeitung "taz" (Donnerstagausgabe). Peymann erneuerte sein Angebot, Klar nach dessen Freilassung ein Praktikum als Bühnentechniker am Berliner Ensemble zu ermöglichen. "Wir haben uns das gut überlegt und mit dem Betriebsrat beschlossen, dass Klar eine Chance bekommen könnte."

In seinem Grußwort an die Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz spreche Klar das aus, was der weitaus größte Teil der Weltbevölkerung außerhalb von Westeuropa und Amerika denke, sagte Peymann. "Es kann ja nicht sein, dass dieses kapitalistische System von Korruption und Verantwortungslosigkeit der Weisheit letzter Schluss ist." Wer einen halbwegs klaren Kopf habe, der wisse, dass dieses System geändert werden müsse.

Konflikte

Peymann hatte von 1986 bis 1999 das Burgtheater in Wien geleitet. Seine Ära war geprägt von zahlreichen Konflikten, aber auch kulturellen Höhepunkten, etwa der Aufführung des kontroversen Thomas-Bernhard-Stücks "Heldenplatz" (1988).

Schon im September 1977 hatte es vor dem Hintergrund der Entführung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer politischen Wirbel um Peymann gegeben, weil dieser drei Monate zuvor zu Spenden für die zahnärztliche Behandlung von Baader-Meinhof-Häftlingen aufgerufen hatte. Peymann verzichtete daraufhin auf eine Verlängerung seines Vertrages als Leiter des Stuttgarter Schauspielhauses. (APA/AP)

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