Nicht alle Vitamine sind gesund

9. März 2007, 16:36
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Forscher analysierten insgesamt über 800 klinische Untersuchungen: Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E bei regelmäßiger Einnahme eher lebensverkürzend

Kopenhagen - Mindestens jeder zehnte Europäer nimmt regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel in Form von so genanntem "Functional Food" zu sich. Dabei handelt es sich in der Regel um künstlich hergestellte Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in konzentrierter und isolierter Form. Nach Meinung der Hersteller sind sie der Gesundheit zuträglich, da sie die freien Radikale zerstören, die zu Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Schon länger verdichten sich die Hinweise, dass solche Nahrungsergänzungen gar keinen und bestimmte Stoffe bei zu großen Dosen sogar einen negativen gesundheitlichen Effekt haben. Goran Bjelakovic und seine Kollegen vom Copenhagen University Hospital in Dänemark sahen sich insgesamt über 800 klinische Untersuchungen näher an und werteten die 21 aussagekräftigsten aus.

Das jetzt im Journal of the "American Medical Association" publizierte Ergebnis zeigt eindeutig, dass die Einnahme nicht ungefährlich ist und das Leben eher verkürzt statt verlängert. So erhöht eine regelmäßige Einnahme von Vitamin A das Sterberisiko um 16 Prozent, Beta-Carotin um sieben Prozent und Vitamin E um vier Prozent.

Die Ursachen dafür sind noch unbekannt. Bjelakovic vermutet aber, dass die durch die Antioxidantien bekämpften freien Radikale möglicherweise doch einen Nutzen im Immunsystem haben oder doch nicht Auslöser von Erkrankungen sind. Auch scheint es, dass die Vitamine und Mineralien in der isolierten Form andere Auswirkungen im Körper haben als in der ungefährlichen Form, wie sie in Obst und Gemüse vorkommen. Grundsätzlich sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, überflüssig. (Andreas Grote/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1. 3. 2007)

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