Harsches Sparprogramm

15. März 2007, 16:39
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Private Haushalte müssen Energiekonsum am meisten drosseln

Wien – Der sparsamere und effizientere Umgang mit Energie, den sich die EU auf die Fahnen geschrieben hat, wird in Österreich vor allem die privaten Haushalte treffen. Diese sollen 7,2 Mrd. Kilowattstunden (kWh) der insgesamt einzusparenden 24,9 Mrd. kWh beisteuern.

Auch wenn die Wege dorthin noch unklar sind, steht eines fest: "Es wird Förderungen geben müssen, damit dieses ehrgeizige Ziel auch nur annähernd erreicht werden kann", sagte der Geschäftsführer der Energie Allianz Austria, Thomas Irschik, dem STANDARD.

Vor knapp einem Jahr hat die EU eine Energieeffizienz-Richtlinie verabschiedet, die ein allgemeines Einsparziel von neun Prozent im neunten Jahr der Geltung festlegt. Die Berechnung des Ziels leitet sich vom durchschnittlichen Energieverbrauch in den vergangenen fünf Jahren ab und schließt alle Energieformen ein. Österreich hat sich verpflichtet, 2016 um 24,9 Mrd. KWh weniger Energie zu verbrauchen als jetzt. Bezogen auf die Gesamtperiode kommt dies einer Pro-Kopf-Reduktion um gut 3000 kWh gleich, was dem Jahresverbrauch eines Haushalts entspricht.

Die Energie Allianz Austria (EEA), ein Zusammenschluss der Vertriebsfirmen von Wien Energie, EVN und Bewag/Begas, fordert nun von politischer Seite einen Stufenplan, Zunächst müssten Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt, dann die Kosten berechnet und notwendige Förderungen beschlossen werden. Hinterher könne man die Mittelaufbringung diskutieren, sagte der zweite EEA-Geschäftsführer Werner Perz.

Die EEA werde noch intensiver über Einsparmöglichkeiten informieren. Ob das nicht gegen Eigeninteressen verstoße? Nein, meint Perz. Früher habe man dadurch Investitionen in Kraftwerke und Netze hinauszögern können. Nun gehe es darum, durch sinkende Nachfrage den Druck auf die Preise zu erhöhen und so billiger einzukaufen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 01.03.2007)

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