Ein ganzer Bezirk spricht Vorurteile an und aus

von Redaktion  |  03. Juli 2008, 13:41

Einwöchiges Projekt in der Steiermark - Projekt-Initiatorin: "Wir diskutieren nicht, ob Zuwanderung ja oder nein, sondern wie wir hier vor Ort miteinander leben"

Graz/Wien – Nichtsteirer assoziieren mit dem Bezirk Feldbach wahrscheinlich am ehesten Zwieback, im besten Fall noch diverse Lebensmittel mit den vorangestellten Begriffen "Steirisches Vulkanland". In dieser Woche könnte die Region auch in den Köpfen sozial Engagierter verankert werden. Erstmals beschäftigt sich ein ganzer Bezirk sieben Tage lang mit Anti-Diskriminierungs-Arbeit – vom Pfarrer bis zum BH-Beamten, von Kindergärtnerinnen bis zur Landjugend.

"8tung für Alle" lautet der Titel des von der Sozialpädagogin Cornelia Schweiner initiierten und vom Land Steiermark finanzierten Projektes. Ein Erlebnis auf einer Straße ihrer Heimatstadt habe ihr die Notwendigkeit verdeutlicht, erzählt sie im Gespräch mit dem STANDARD. "Eine junge muslimische Frau ist wüst beschimpft worden, und kein Einziger hat ihr geholfen." Schweiner geht es vor allem um die Frage des Umgangs zwischen Mehr- und Minderheiten. "Wir diskutieren ja hier nicht, ob Zuwanderung ja oder nein, sondern wie wir hier vor Ort miteinander leben", erklärt die 27-Jährige.

40 Workshops

Es gehe aber nicht nur um Migration, betont Karin Bischoff, Pressesprecherin des Vereins Zara, der an die 40 zielgruppenspezifische Workshops bei der Veranstaltung durchführt. Unterschiede sollen dabei angesprochen, Vorurteile reflektiert werden – beispielsweise auch über politische Mitbewerber. Tatsächlich beteiligen sich alle Parteien an Aktionswoche und Rahmenprogramm, die Grüne Jugend ebenso wie die FPÖ.

Besonders anstoßen muss man die Teilnehmer dabei gar nicht, bilanziert Schweiner nach den ersten Erfahrungen. "Schon nach kurzer Zeit werden Vorurteile geäußert, die vorher nicht ausgesprochen worden sind, aber natürlich trotzdem da waren." Das österreichweit bisher einzigartige Projekt wird evaluiert, in einem halben Jahr soll überprüft werden, ob es tatsächlich zu Verhaltens- oder Einstellungsänderungen gekommen ist.

Wie Zuwandererintegration in Gemeinden funktionieren kann, ist auch Thema einer kommunalpolitischen Fachtagung der politischen Akademie der SPÖ, des Renner-Instituts, am 22. März, zu der man sich bei Johanna Kühbauer unter der Nummer (01) 804 65 01-43 anmelden kann. (moe, DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2007)

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11 Postings
hans reinsch
10.03.2007 19:28
selten so gelacht

"wir diskutieren nicht ob zuwanderung ja oder nein." welche arroganz. zum glück gibt es hierzulande den strache, sodass es sich övp und spö nicht leisten können, diesen leuten zu folgen. die österreicher wollen halt keine weitere massenzuwanderung und wer darüber nicht "diskutieren" will, wird halt bei der wahl abgestraft. so einfach ist das. gottseidank.

rechtschreipfehler
01.03.2007 11:18
eine diskussion, die mit diskussionsverbot beginnt.

in dem stil könnte man z.b. auch über feinstaub diskutieren - wir reden nicht über die ursachen oder vermeidung von feinstaub, nur darüber, wie wir ihn lieben lernen. ;)

peter56 
08.03.2007 18:12
uiiijegerle...

was habens denn gnommen heute ?

Macho04
01.03.2007 09:35
Ganz besondes wichtig ist die Mitarbeit der FPÖ

da sie so ziemlich als einzige Partei die Interessen der Österreicher vertritt. Umso wichtiger ist es, diese Interessen und die Forderungen der öst. Bürger offen zu artukulieren.

Zuwanderer müssen wissen, was von ihnen erwartet wird und diese Erwartungen erfüllen.

susanne mayer3
10.03.2007 13:53

Hahahahaha.....die Interessen der Österreicher?! Nur weil das in ihrem Interesse ist, heißt das noch lange nicht, daß das auch in meinem ist!

Ihr Nickname "Macho" ist übrigens sehr treffend gewählt!

Adam Kontrapunkt
10.03.2007 13:27
Die Würde geht vor "Interessen"!

"Auch FPÖ-Menschen müssen wissen, was von ihnen erwartet wird und diese Erwartungen erfüllen, nämlich gegenseitige Toleranz und Respekt vor der Würde des (anderen) Menschen."

la ananda
10.03.2007 12:37
wirklich shocking find ich die vielen grünen stricherl

da waren wohl ein paar kronenzeitungsleser auf exkursion hier.

peter56 
08.03.2007 18:12
Ist es wirklich das Interesse der Österreicher,

Ausländer abzulehnen, weil sie Ausländer sind ?
Wollen die Österreicher die Ausländer aber dann wirklich, wenn die so tun, als wären sie brave Österreicher ?
Sie haben offenbar immer alles getan, um bei anderen gut anzukomen, und nicht, weil es Ihnen ein Anliegen war...
WANN ist denn ein Ausländer ein GUTER Ausländer ? Wenn man ihn nicht mehr als solchen erkennt ? Wissen Sie überhaupt, was Sie da daherfaseln ?

Kill R. Argument 
01.03.2007 12:18
Sollten Sie nicht einfach nur den Hinweis auf Ironie vergessen haben:

Ich hoffe es wird in Ihrem Leben nichts passieren, was Ihr einfaches Gemüt und damit Ihr Weltbild aus dem Gleichgewicht bringt...

Owi l8
01.03.2007 11:16

Also, lieber 4. Macho von rechts, meine vertreten die sicher nicht.

me myself
01.03.2007 09:08
wow

beeindruckendes verhalten der gemeinde! hoffe auch von der evaluierung hier lesen zu können?!

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