Eingetragene Partnerschaften: Lesben und Schwule auf ÖVP-Tour

1. März 2007, 20:28
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Hosi klopft in den kommenden Wochen an viele schwarze Türen – Notar-Lösung kommt nicht in Frage

Wien – Auf dem langen und hürdenreichen Weg zur rechtlichen Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare in Österreich klopft die Homosexuelle Initiative (Hosi) Wien in diesen Wochen an viele schwarze Türen. "Am Dienstag haben wir bei ÖVP-Umweltminister Josef Pröll und Generalsekretär Hannes Missethon deponiert, dass eine Notar-Lösung für uns nicht infrage kommt. Vielmehr bestehen wir auf Einführung eingetragener Partnerschaften, die in Standesämtern geschlossen werden", erzählt Hosi-Delegationsmitglied Ute Stutzig.

Partnerschaftsregistrierung

Die beiden ÖVP-Granden hätten "wahrgenommen, dass eine Partnerschaftsregistrierung vor Notaren die Homosexuellen-Diskriminierung fortsetzen würde", ergänzt Hosi-Obmann Christian Högl. Tatsächlich schloss Missethon ein Okay seiner Partei zu eingetragenen Partnerschaften nach der Unterredung nicht aus: Die ÖVP werde dies "bis September oder Oktober in der parteinternen Perspektivengruppe ausdiskutieren".

Högl hat schon weitere ÖVP-Termine angeleiert, etwa bei Familienminsterin Andrea Kdolsky und bei der NÖ Landesrätin Johanna Mikl-Leitner, die in der Perspektivengruppe den Themenbereich "Familie und Kinder" leitet. Auch mit der SPÖ – so Högl – herrsche offenbar Unterredungsbedarf, "nachdem Justizministerin Maria Berger die inakzeptable Notar-Lösung befürwortet hat".

In der Homosexuellenbewegung wird die Hosi indes scharf vom "Rechtskomitee Lambda" kritisiert: "Wir fordern die Öffnung der Ehe, nur das ist Gleichstellung", sagt Obmann Helmut Graupner. (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 1.3.2007)

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    Unfestliche Partnerschaftseintragungen vor dem Notar sind für lesbische und schwule Paare inakzeptabel

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