Viele Beine und eine Chance

19. März 2007, 13:25
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3000-m-Läufer Günther Weidlinger ist in Birmingham eine Medaille zuzutrauen - Comeback von Dopingsünderin Ekaterini Thanou

Birmingham/Wien - Rund 600 Sportlerinnen und Sportler aus 45 Nationen haben für die Hallen-EM der Leichtathleten gemeldet, darunter eine Österreicherin und fünf Österreicher. Einem traut Hannes Gruber, der Sportkoordinator des österreichischen Leichathletik-Verbandes, eine Medaille zu, nämlich Günther Weidlinger über 3000 Meter.

Der 28-jährige Oberösterreicher, 1997 Junioren-Europameister im Steeplechase und österreichischer Rekordler über 3000 m (7:44,19), ist mit seiner Saisonbestzeit (7:48,79) der Sechste in der Entry-List. "Mein großes Ziel ist natürlich eine Medaille, aber Pflicht wie zuletzt 2005 in Madrid ist sie nicht. Diesmal bin ich nicht Medaillenfavorit, denn es gibt acht, neun Leute, die für die Spitzenplätze in Frage kommen", sagt Weidlinger, der vor zwei Jahren bei der Hallen-EM in Madrid eine Medaille als Vierter nur um sieben Zehntel verpasst hatte. An die National Indoor Arena zu Birmingham, in der von Freitag bis Sonntag die Titelkämpfe stattfinden (Eurosport überträgt live) hat Weidlinger keine sonderlich guten Erinnerungen. Bei der Hallen-Weltmeisterschaft 2003 war er im Finale nach einer Rempelei gestürzt, er verletzte sich an der Schulter und wurde Zehnter.

Für die übrigen österreichischen Beiträge geht es darum, die erste Runde zu überstehen. Martin Steinbauer (26) versucht sich ebenfalls über 3000 m (7:56,47, 17. der Entry-List), der Einzug ins Zwölfer-Finale wäre eine positive Überraschung. Hürdensprinter Elmar Lichtenegger (32), der heuer über 60 m 7,73 zu Buche stehen hat, ist 17. der Entry-List. Bettina Müller-Weissina (33) läuft über 60 m (mit 7,30 15. der Entry-List), auch sie sollte das Semifinale schmücken.

Und dann gibt es zwei, die zum ersten Mal bei einem Großereignis in der allgemeinen Klasse dabei sind. 400-m-Läufer Clemens Zeller (22), mit 47,11 Elftbester im Entry, sowie 800-m-Läufer Andreas Rapatz (20), mit 1:49,12 der 17. seiner Abteilung. Beiden traut Gruber eine Steigerung zu. Rapatz hat ja eine große Lehrmeisterin, der Kärntner wird von seiner Landsfrau Stephanie Graf trainiert, die in Birmingham vor vier Jahren Hallen-WM-Silber über 800 m gewonnen hat.

Comeback von Thanou

Ekaterini Thanou (32), 100-m-Olympiasiegerin 2000, die 2004 bei Olympia in Athen gemeinsam mit Landsmann Costas Kenteris für den Skandal der Spiele gesorgt hatte, als sich die beiden den Dopingkontrollen entzogen, hat ihre zweijährige Sperre abgesessen. Zuletzt gewann sie die 60 Meter beim Hallen-Meeting in Athen. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 1. März 2007, Benno Zelsacher)

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    Österreichs Vertreter in Birmingham: Martin Steinbauer, Andreas Rapatz, Clemens Zeller, Elmar Lichtenegger und Günther Weidlinger (v.li)

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    Anno 2002 frohlockte Ekaterini Thanou über 100-m-Gold bei der Freiluft-EM in München. Nun und in Birmingham gibt die griechische Sprinterin ihr EM-Comeback nach der Dopingsperre.

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