Nachlese: Backhendl und Antidiskriminierung

von Redaktion  |  03. Juli 2008, 13:41
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    Ganz Feldbach war in das Projekt involviert: Für die SchülerInnen der unterschiedlichen Schulen, BeamtInnen, PolizistInnen - bis hin zum Priester wurden in Workshops angeboten. Auch interkulturelle Kochabende und Konzerte gehörten mit zum Programm.

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    Der Andrang war groß, erzählt Karin Bischof vom Antirassismusverein ZARA: "Fast alle Workshops waren überbucht."

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    Auch die Kleinsten waren begeistert vom Programm: Fast ein Drittel der kleinen ZuschauerInnen sah sich die Kinder-Vorstellung "Auch Kinder haben Rechte, oder?" mehrmals an.

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    Das Thema Diskriminierung von AusländerInnen wird in dem Theaterstück feinfühlig eingearbeitet: So ist auch nicht Alev, die türkische Schülerin, von vornherein Opfer von Hänseleien, sondern die neue Schülerin Lena und "Brillenschlange" Edi. Denn schließlich ist die Herkunft nicht die einzige Differenz, aufgrund derer diskriminiert wird - aber eben auch eine wichtige.

Zwischen Workshops, Theater und interkulturellem Kochabend: Der Bezirk Feldbach stellt Integration auf die politische Tagesordnung - eine Reportage

Stolz zeigt ein kleines Mädchen nach der Theatervorstellung ihrer größeren Schwester ihre Trophäen: "Schau, ich hab sogar zwei Autogramme, eins vom Mann und eins von der Frau." Und nicht nur sie war vom Stück der Gruppe Traumfänger begeistert. Fast ein Drittel der kleinen ZuschauerInnen zeigte auf, als sei gefragt wurden, ob sie das Stück "Auch Kinder haben Rechte, oder?" an dem Tag schon einmal gesehen haben. "Sogar die Großen sind noch einmal gekommen", freut sich einer der vier Schauspieler.

In dem Theaterstück geht um die Kinderrechte, wie sie in der UNO-Kinderrechtskonvention verankert sind. Für die Projektwoche in Feldbach wurde es adaptiert, mit Alev ist eine türkische Schülerin als neue Figur aufgenommen worden. "Schließlich geht es auch bei dem Thema ja um Kinderrechte, wie etwa das Recht auf Gleichheit", meint Christoph Rabl, der das Stück konzipiert hat.

Das Thema Diskriminierung von AusländerInnen ist feinfühlig eingearbeitet, nicht Alev ist von vornherein Opfer von Hänseleien, sondern die neue Schülerin Lena und "Brillenschlange" Edi. Gleich von Anfang an ist damit klar, worum es denn bei Diskriminierungen im Alltag ganz konkret geht.

Von Beamten über Priester bis zu SchülerInnen

Aber nicht nur für die Kleinsten gibt es in dieser Woche Programm. Vom Beamten der Bezirkshauptmannschaft über Priester bis hin zu den SchülerInnen der unterschiedlichen Schulen werden Workshops angeboten. Der Großteil der Seminare wird vom Antirassismusverein ZARA gemacht, selbst Projektpartner, über den Islam referiert die "Muslimische Jugend Österreich".

Alle BewohnerInnen sind natürlich nicht begeistert von der Projektwoche. Auf die Frage, ob er denn auch an einem Workshop teilnimmt, antwortet ein Polizist sichtlich verärgert: "Zwangsverpflichtet, aber ohne Interesse." Dass das Interesse insgesamt groß ist, zeigt der Andrang: "Fast alle Workshops sind überbucht, manche Leute mussten wir mit Absagen enttäuschen, denn allzugroße Gruppen machen einfach keinen Sinn", erzählt Karin Bischof, Pressesprecherin von ZARA.

Eigene Dynamik

Zum Teil bekam die Sache eine eigene Dynamik. Die Zonta-Frauen (Rotary- ähnlicher Club) gingen auf kurdische Frauen zu und schlugen einen gemeinsamen Kochabend vor. Letztlich fanden zwei "interkulturelle Kochabende" in verschiedenen Gemeinden statt. Auf dem Menü: Backhendl und gefüllte Weinblätter. In einer anderen Gemeinde erfuhren Frauen aus dem Kirchenumfeld von dem Kinder- und Jugendtheater und übernahmen die Bewerbung. Das Ergebnis: Innerhalb eines Tages hatten sie einen Bus mit fast 50 SchülerInnen gefüllt.

Sichtlich erschöpft treffen sich die TrainerInnen abends in ihrem Hotel. Aber auch wenn sie so manche Schulklasse an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht hat, wirken sie begeistert. Denn wann hat es das schon einmal gegeben, dass ein ganzer Bezirk Workshops bucht? (Von Sonja Fercher aus Feldbach/derStandard.at, 28.2.2007)

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13 Postings
Adam Kontrapunkt
10.03.2007 13:30
Bitte auch für Fürstenfeld

wiederholen!
Dort haben die kleingeister voriges jahr ein armseeliges bettelverbot erlassen aus lauter angst vor der angst vor der angst....

Manuel Kraus
04.03.2007 14:40
Bravo!

vorbildliches Projekt. Warum nur in Vorarlberg?

Paul Janson
07.03.2007 14:34

Ist in der Steiermark...

Christoph D
02.03.2007 09:20
in földboch

damma bölln...

Thomas Gummibaer
01.03.2007 19:01
30 Jahre Sozialismus und 3x OeVP

reichen um Oesterreich zu vernichten.

erdbär
01.03.2007 21:24

bissi OT, hm?

depp am huegel
01.03.2007 12:14

ja, das ist sicher eine gute initiative ... nur, nützt's was? wen erreicht man damit? wahrscheinlich die, die das ohnehin super finden. dann treffen sich halt leute gleicher meinung und man geht dann wieder bestärkt auseinander. naja, ich will das nicht schlecht reden, aber irgendwie bin ich dieser art von bemühten veranstaltungen gegenüber eher skeptisch. andererseits, was bleibt uns über? wenn wir in zukunft nicht überrollt werden wollen, müssen wir beizeiten versuchen uns zu arrangieren. ob das klappt??

plasticfly
01.03.2007 18:47

naja, skeptisch sein ist ja auf jeden Fall einfacher und billiger als was tun - super Initiative, sehr zu begrüßen !!

erdbär
01.03.2007 12:43

Bewusstseinsbildung. Bei Kindern ist die Wirkung nicht zu unterschätzen.

Stefan Preininger
01.03.2007 10:13
sehr nett

da kann man ja richtig stolz sein auf die heimatstadt. ein sehr wichtiges projekt, vor allem weil es in den letzten jahren sehr oft zu zusammenstößen und prügeleien zwischen verschiedenen jugendgruppen in feldbach gekommen ist...

aljazeera   
01.03.2007 13:00

vollste zustimmung...erwähnenswert auch das konzert der grünen jugend vorigen samstag und die vorführung von exile family movie am montag.

Herr Ostbahn 
01.03.2007 09:33
Super Aktion


philkan 
01.03.2007 10:03
wichtige aktion

und bitte auch in mürzzuschlag.

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