Rebellenüberfall im Südosten

3. März 2007, 17:46
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Zwei Polizisten getötet, vier weitere entführt - Teheran: Rebellen aus Pakistan eingedrungen - Teheran verschärft Ton in Grenzstreit mit Türkei und Irak

Teheran - Nach dem Tod zweier iranischer Polizisten und der Entführung von vier ihrer Kollegen durch Aufständische im Grenzgebiet zu Pakistan drohen die Grenzstreitigkeiten zwischen Iran und Pakistan zu eskalieren. Wie die amtlichen iranischen Nachrichtenagenturen IRNA und MEHR am Mittwoch unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef berichteten, wurden bei dem Überfall in der Provinz Sistan-Baluchistan an der Grenze zu Pakistan zwei Polizisten getötet.

Die Angreifer seien mit ihren Opfern nach Pakistan geflohen. Angesichts andauernder Kämpfe im Grenzgebiet zur Türkei und dem Irak drohten die iranischen Revolutionsgarden mit einem schärferen Vorgehen gegen dort agierende kurdische Rebellen.

Hinterhalt

Die Polizisten gerieten nach Angaben von Polizeichef Ismail Ahmadi-Mogadam in einen Hinterhalt von Aufständischen, die aus Pakistan über die Grenze in den Iran gekommen waren. Der Polizeichef kritisierte die mangelhafte Zusammenarbeit mit den pakistanischen Behörden im Kampf gegen Rebellen in der Grenzregion als "nicht hinnehmbar".

Anschuldigungen an Pakistan

Der iranische Innenminister Mustafa Pur-Mohammadi äußerte schwere Anschuldigungen an die Adresse Pakistans. Die terroristischen Aktionen in dem Grenzgebiet seien "von der anderen Seite" aus koordiniert worden. Er kündigte an, die Zahl der Grenzwächter innerhalb der kommenden zwei Jahre auf bis zu 40.000 zu verdreifachen.

In der Provinz Sistan-Baluchistan waren erst Mitte Februar bei einem Anschlag auf einen Armeebus in der Stadt Zahedan elf Menschen getötet und 31 weitere verletzt worden. Der Iran macht die sunnitische Extremistengruppe Jundallah (Soldaten Gottes), die dem Terrornetzwerk Al-Kaida (al-Qaida) nahesteht, für den Anschlag verantwortlich. Gleichzeitig beschuldigt Teheran die USA und Großbritannien der gezielten Unterstützung von Rebellengruppen in den an Pakistan, den Irak und die Türkei angrenzenden Provinzen.

"Konterrevolutionäre"

Auch im Grenzgebiet zum Irak und zur Türkei kämpfen Soldaten der iranischen Revolutionsgarde seit Tagen verstärkt gegen Rebellen. Bei Kämpfen gegen kurdische Aufständische seien in der Provinz Pejak seit Freitag mehr als 30 Rebellen getötet worden, sagte der Anführer der iranischen Revolutionsgarde, General Yahya Rahim Safavi, der Nachrichtenagentur IRNA. Zahlreiche "Konterrevolutionäre" in der Region seien von iranischen Truppen umzingelt.

Safavi kündigte zudem ein verschärftes Vorgehen gegen die auf der irakischen Seite der Grenze agierenden Kurdenrebellen aus dem Iran an. Wenn die Regierung in Bagdad die iranischen Rebellen in dem Gebiet nicht des Landes verweise, behalte sich Teheran vor, diese auch auf irakischem Territorium zu verfolgen, sagte Safavi nach Angaben der Nachrichtenagentur MEHR. (red/APA)

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