Im Fußballstadion Transparent angezündet: 15-Jähriger verurteilt

10. März 2007, 11:18
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Zwischenfall während des Vorarlberger Lokalderbys FC Lustenau gegen Austria Lustenau - Schüler kam ohne Strafe davon

Wien/Lustenau - Ein 15 Jahre alter Bursch ist am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht rechtskräftig wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit verurteilt worden. Er hatte am 8. September 2006 während des Vorarlberger Lokalderbys FC Lustenau gegen Austria Lustenau im Reichshofstadion ein zehn Mal ein Meter großes Transparent angezündet und damit - so jedenfalls der Senat in seiner Entscheidung - eine Gefahr für das Leben, die Gesundheit oder die körperliche Sicherheit anderer Zuseher herbeigeführt.

Im Hinblick auf das jugendliche Alter - der Täter war damals knapp über 14 und daher gerade erst strafmündig geworden - und seine geständige Verantwortung verhängte das Gericht keine Strafe. Sollte sich der Schüler innerhalb der einjährigen Probezeit wohl verhalten, ist die Sache damit für ihn erledigt.

Aus Wien angereist

Rund 1.500 Zuschauer befanden sich auf der Südtribüne, als der 15-Jährige, der eigens mit der Bahn von Wien nach Vorarlberg gereist war, um seine Mannschaft anzufeuern, das Transparent in Flammen setzte. Obwohl seine Eltern mit ihm in die Bundeshauptstadt gezogen waren, hielt der Austria Lustenau-Anhänger weiter dem Fanclub "Union Nord '06" die Treue. Dafür nahm er auch stundenlange Zugfahrten in Kauf.

Vor dem gegenständlichen Match hatte er sich so genannte bengalische Feuer gekauft, "weil die gut ausschauen", wie er nun dem Gericht erklärte. Diese zündete er bereits vor dem Anpfiff an. In der 50. Spielminute brannte er eine Rauchfackel ab, ehe in der 70. Minute das Transparent an die Reihe kam. "Was haben Sie sich dabei gedacht?", fragte die Vorsitzende Michaela Röggla-Weiss. "Nicht viel", beschied ihr der Bursch.

"Es hätte furchtbar ausgehen können"

"Es hätte furchtbar ausgehen können", deponierte ein Stadionverantwortlicher im Zeugenstand. Zum Glück sei keine Panik entstanden. Außerdem hätten Ordnungskräfte die Flammen rasch mit einem Feuerlöscher erstickt. "A Glück hamma g'habt", fasste der Zeuge zusammen.

Die Verhandlung war auf Grund des Wohnsitzes des Beschuldigten nach Wien delegiert worden. Dieser wurde von seinen Eltern zur Verhandlung begleitet. Sie versicherten nach der Urteilsverkündung, ihr Sohn werde nichts mehr anstellen. "Aber er ist halt schon 15. Da kann ich ihm keinen Hausarrest mehr geben", sagte die Mutter.(APA)

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