Kogler fordert von Darabos "mehr Härte"

6. März 2007, 15:32
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Grüner: Verhandlungsstrategie von Darabos zu "bieder" - "Wir müssen EADS die Rute ins Fenster stellen"

Wien - Kritik an Verteidigungsminister Norbert Darabos im Zusammenhang mit den angeblichen Verhandlungen um einen Ausstieg aus dem Eurofighter-Deal kam am Mittwoch auch von den Grünen. Werner Kogler, Abgeordneter im Eurofighter-U-Ausschuss, bemängelte die Verhandlungsstrategie von Darabos als zu "bieder" und fordert vom SPÖ-Ressortchef "mehr Härte" gegenüber dem Konzern, so Kogler im Gespräch mit der APA.

"Nicht zuwarten, was von EADS daherkommt"

Er glaube Darabos, dass Gespräche stattgefunden hätten. Es sei aber zu wenig, wenn der Minister dabei wie in seinen Interviews argumentiere - zwar den Ausstieg bevorzuge, aber auch eine Kostenreduktion akzeptieren würde. "Wir müssen EADS die Rute ins Fenster stellen", appellierte Kogler an Darabos, nicht den "gleichen Fehler" wie sein ÖVP-Vorgänger Günther Platter zu machen und "zuzuwarten, was von EADS daherkommt".

Der Ausstieg sei - "unabhängig von möglichen Schmiergeldzahlungen" - "ökonomisch das Sinnvollste", denn die Gesamtsystemkosten "treiben auf fünf Mrd. zu und im schlimmsten Fall sind es sogar noch mehr", so Kogler. Jedes andere System sei billiger und das "ist der Hauptgrund für den Ausstieg".

"Bösartige Inszenierung"

Den gestrigen Auftritt des Eurofighter-Chefs Aloysius Rauen bezeichnete der Grüne als "bösartige Inszenierung". Er habe den Eindruck, dass Rauen sein Erscheinen vor dem Ausschuss dazu "missbraucht" habe, um "Rauchbomben" zu werfen. Allein das zeige, dass sich die Regierung "anders hinstellen muss". Es könne nicht sein, dass ein Konzern so mit der Republik umgehe. Die SPÖ-Regierungsmannschaft "sollte schön langsam in die Gänge kommen", so Kogler. Von EADS forderte der Grüne, das wechselseitig auferlegte Schweigen aufzuheben und Zeugenaussagen zuzulassen, sonst mache man sich "unglaubwürdig". (APA)

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