"Mama Afrika" feierte 75er

29. März 2007, 13:33
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Die Musikerin, Komponistin, Autorin und Friedensaktivistin Miriam Makeba widmet sich heute der Mädchenförderung

Johannesburg - Kraftvolle Stimme, würdevolles Auftreten als engagierte Aktivistin im Kampf für Frieden und Völkerverständigung - so kennt die Welt Miriam Makeba. Die Diva des afrikanischen Gesangs - die durch ihren Hit "Pata, Pata" weltbekannt wurde - ist am 4. März 75 Jahre alt geworden. Ihr Geburtstag ist überschattet von zwei Schicksalsschlägen: erst brach Feuer in ihrem Haus aus, dann schlugen Diebe zu und stahlen ihre geliebten Designerkleider. "Es ist eine Schande, wie viel Raum Kriminalität in unserer Gesellschaft einnimmt", erklärte eine empörte Makeba der Zeitung "Sowetan".

Politische Stimme

Die rüstige Musikerin - die 1966 als erste Künstlerin Afrikas einen Grammy-Award erhielt - begeistert und berührt nach wie vor. Zuletzt war es Papa Wemba, der wohl bekannteste Vertreter des Afropop, der bei einem Treffen in Johannesburg bekannte: "Sie weiß es vielleicht nicht, aber sie war schon immer mein Idol. Ihre Selbstlosigkeit und Tapferkeit hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen." Die Schauspielerin, Komponistin, Autorin und Urgroßmutter hat ihre Stimme immer wieder gegen Rassentrennung und Unrecht in ihrer Heimat und auf dem restlichen afrikanischen Kontinent erhoben.

Vielseitig

In Johannesburg geboren wuchs sie im Jazz der 50er Jahre auf. Die Künstlerin, die wegen des Apartheid-Regimes 31 Jahres im Exil leben musste, brachte seit den 60er Jahren als eine der ersten die Musik ihres Kontinents in den Westen. Sie begeisterte mit einer Mischung aus Jazz, Protest und Folklore. Ihre Lieder entstammten meist der Xhosa-Tradition; sie nahm aber auch Songs in portugiesischer, spanischer oder jiddischer Sprache in ihr Repertoire auf.

"Black Power"

1960 durfte sie nach einem Auslandsaufenthalt wegen ihres öffentlichen Anti-Apartheid- Engagements nicht wieder nach Südafrika einreisen. Sie blieb in London, wo sie Harry Belafonte kennen lernte, der von ihrem Talent beeindruckt war und ihr später in den USA viele Türen öffnete. Doch als sie 1968 den den "Black Power"-Aktivisten Stokely Carmichael heiratete, der vom FBI gesucht wurde, wurden ihre Plattenverträge gekündigt und ihre Konzerte abgesagt. So musste sie auch die USA verlassen. Makeba ging nach Guinea in Westafrika, wo sie einen Diplomatenpass erhielt.

Mädchenförderung

Doch zurück nach Hause durfte sie erst wieder 1990, als die Apartheid zu bröckeln begann. 2006 hat sich Südafrikas Musikstar nach einer mehr als 50-jährigen Karriere endgültig von der Bühne verabschiedet - mit einer Abschiedstournee durch mehr als zehn Länder. Heute widmet sie sich ihrem Lieblingsprojekt: der Förderung talentierter junger Mädchen in einer von ihr geförderten Schule. (APA/dpa)

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    Nach 50-jähriger Bühnenpräsenz im politischen sowie musikalischen Kontext widemt sich Miriam Makeba heute der Förderung talentierter junger Mädchen.
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