Hahn rechnet mit ISTA-Start um den Jahreswechsel

23. März 2007, 14:23
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Öffentlichkeit soll für Forschung und Innovation sensibilisiert werden - Neues Programm "Österreich forscht. Innovation sichern"

Wien - Wissenschaftsminister Johannes Hahn rechnet mit einem Start der wissenschaftlichen Arbeiten am geplanten Institute of Science and Technology (ISTA) noch Ende des heurigen bzw. Anfang des kommenden Jahres. Es gehe noch heuer um die Findung von Mitarbeitern, die dann um den Jahreswechsel ihre Arbeit aufnehmen könnten, so Hahn bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien.

Optimistisch

Der Wissenschaftsminister ist damit etwas optimistischer als etwa der Leiter des Executive Committee des ISTA, Haim Harari. Dieser hatte am Dienstag vor Journalisten erklärt, dass erste Gebäude für die Forschungseinrichtung vermutlich erst im April 2008 fertig sein werden. Es werde mindestens fünf Jahre dauern, bis ein wissenschaftlicher Impact zu sehen ist und mindestens zehn Jahre zur Weltspitze, so Harari.

Generell setzt Hahn in Sachen Wissenschaft und Forschung auf "Stärken stärken" und ist damit auf einer Linie mit seiner Vorgängerin Elisabeth Gehrer. Solche Stärken liegen laut dem Wissenschaftsminister etwa in den Bereichen Quantenoptik oder Nanotechnologie sowie "in einigen Medizinbereichen", ohne diese präzisieren zu wollen. Um den Forschungsstandort Österreich zu sichern, setzt Hahn unter anderem auf "erleichterte Einwanderungsbestimmungen" für Forscher. Dazu soll es Ausnahmen im Fremdenrecht und beim Ausländerbeschäftigungsgesetz geben.

Österreich könne als kleines Land nicht gleichzeitig in allen Forschungsfelder internationale Spitze sein. Ob und welche Forschungsbereiche daher in den kommenden Jahren auf der Strecke bleiben werden, wollte Hahn nicht sagen. Er sei "nicht der Überbringer der schlechten Nachricht", antwortete der Ressortchef auf Anfrage von Journalisten.

Akademie der Wissenschaften

Eher bedeckt gab sich der Wissenschaftsminister auch bezüglich der Zukunft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Hahn bekannte sich zu jüngst erhobenen Forderungen von namhaften ÖAW-Institutsleitern nach wissenschaftlicher Freiheit für die Forscher. Andererseits müsse gewährleistet sein, dass öffentliche Gelder optimal eingesetzt werden. Generell betrachtet Hahn die ÖAW als "unverzichtbar".

Der Ressortchef kündigte weiters eine neues Programm an, mit dem die Österreicher "betreffend den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Österreich" sensibilisiert werden sollen. Leistungen von Forschern sollen damit verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden. Maßnahmen und Details zum Programm sowie ein Budget nannte Hahn noch nicht.(APA)

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