Europarat startete Schutzkampagne für Roma

19. März 2007, 17:39
27 Postings

Vorhaben sieht auch Ausbildung zum Kampf gegen Diskriminierung vor

Belgrad - Der Europarat hat am heutigen Mittwoch in Belgrad eine Aktion unter dem Slogan "Genug" (Dosta) gestartet, die auf die Beseitigung von Vorurteilen gegenüber in Serbien lebenden Roma und auf die Besserung ihrer Lebensbedingungen abzielt. Die Aktion ist ein Bestandteil des Projektes "Gleiche Rechte und Behandlung für Roma in Südosteuropa", das auch in Albanien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien vom Europarat geführt wird. Unter anderem sollen Roma, aber auch Staatsbedienstete dazu befähigt werden, die Diskriminierung zu bekämpfen.

Im Parlament sind seit der jüngst erfolgten Wahl zum ersten Mal mit je einem Abgeordneten auch zwei Roma-Parteien vertreten. In Serbien leben nach offiziellen Schätzungen rund 500.000 Roma, allerdings besitzen nur etwas mehr als 100.000 auch Personalausweise. Roma sind nach offiziellen Angaben sechs Mal ärmer als ihr Umfeld, zehn Prozent leben in extremer Not. Besonders schwer sind rund 20.000 Kosovo-Flüchtlinge betroffen.

Laut einer vom UNO-Kinderhilfswerk UNICEF in Belgrad veröffentlichten Studie leben so gut wie alle Roma-Kinder in Armut. Rund 30 Prozent der Kinder im Schulalter werden von der obligatorischen Ausbildung nie erfasst. Im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sind die meisten Roma-Kinder bereits auf Arbeitssuche, ihre serbischen Altersgenossen besuchen dagegen noch die Schule.

Mehr als 40 Prozent der Roma-Mädchen sind in diesem Alter bereits verheiratet. Roma-Kinder sind häufiger krank als ihre Altersgenossen, ihre Eltern sind meist nicht in der Lage, die notwendigen Medikamente zu kaufen. Nur die Hälfte der an chronischen Krankheiten leidenden Kinder erhalten auch entsprechende Behandlung. (APA)

Share if you care.