"Hai-Alarm" in Vöcklabruck: Spaziergänger fanden Tier in der Vöckla

5. März 2007, 16:21
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Für Haiexperten unmöglich ausgesetzter Aquarien-Fisch - vieles deutet auf Hobbyangler hin

Gäbe es kein Foto, würde man den Vorfall schnell unter die Kategorie "Angler-Latein" einreihen. Doch Bilder lügen nicht: Spaziergänger fanden in der Vöckla einen toten Hai -Markus Rohrhofer

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Linz – Äsche, Bach- und Regenbogenforelle, Saibling gehören normalerweise zu den üblichen Verdächtigen in der Vöckla. Kurzflossen-Mako-Haie hingegen dürften sich eher selten in das Fliegenfischer-Paradies zwischen Mondsee und Vöcklabruck verirren.

Ein Spaziergänger traute am Montagabend seinen Augen nicht, als er gemeinsam mit seinem Sohn den Grund für einen penetranten Verwesungsgeruch nahe des Wassers entdeckte. Beide vermuteten zwar einen toten Fisch, mit einer Dreiecksflosse und einem Haigebiss sah der Kadaver dann aber deutlich anders aus als erwartet. An das auch nicht mehr rettende Ufer dürften Schüler den toten Hai gebracht haben.

Beweise

Die Buben sahen den leblosen Fisch, stiegen barfuß ins Wasser und zogen ihn mit einer Zange heraus. Sie verließen den nassen "Tatort" aber nicht, ohne Beweise zu sichern. Zähne wurden als Souvenir herausgebrochen und Handy-Kameras gezückt. Die Fotos legten sie ihrem erstaunten Biologielehrer vor, der den Hai-Fund aus Expertensicht bestätigte. Rätselhaft bleibt, wie das Tier in die Vöckla kam.

Urlaubserinnerung

Ersten Vermutungen, dass der Hai illegal gehalten wurde, letztlich aber seinem Besitzer zu groß wurde, schenkt der Linzer Universumfilmer und Haiexperte Erich Pröll wenig Glauben: "So ein Tier privat zu halten ist fast unmöglich. Man würde ein riesiges Meerwasserbecken und vor allem eine ganz spezielle Filteranlage brauchen".

Für wahrscheinlicher hält es Pröll, dass der Hai als Andenken aus dem Urlaub gedacht war. "Die Tiere kommen sehr häufig im Atlantik und im Mittelmeer vor. Mit einem passenden Köder hat man so einen Burschen auch als Hobbyangler rasch an der Schnur", so Pröll.

Eben so ein Petrijünger könnte seine Beute, in der Absicht sie zu Haus zu präparieren, ins Auto gepackt haben. Aber da der (tote) Fisch nach dem Kopf auch am Körper zu stinken beginnt, scheint es möglich, dass sich Fischer und Fisch auf Vöckla-Höhe vorzeitig trennten. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe 1.3.2007)

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    Das Tier war am Montag von einem Spaziergänger und seinem Sohn in dem Fluss in Vöcklabruck entdeckt worden. Kinder zogen den Kadaver mit einer Zange an Land.

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    Die Weiten des salzigen Meeres mit der Enge der süßen Vöckla zu tauschen, ist für Kurzflossen-Mako-Haie tödlich. Spaziergänger fanden den Kadaver am Ufer.

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