Tele2-UTA bringt "erste echte Flatrate"

22. Juni 2007, 13:20
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Download und Upload ohne Limit - Aggressive Produktpolitik soll eigene Breitband-Kunden in diesem Jahr verdoppeln

Der Internet- und Telefonie-Anbieter Tele2-UTA gab am Mittwoch den 28. Februar seine Strategie für das heurige Jahr bekannt. Das Unternehmen will sein Geschäftsmodell heuer mit einer Eigeninvestition von 15 Millionen Euro massiv auf Breitband-Internet verlagern und "die erste Alternative am österreichischen Markt bleiben", so der seit Jänner aktive Geschäftsführer Robert Hackl. Die 100.000 Breitbandkunden möchte man verdoppeln.

Alles Flat

Erreichen will man diese, laut eigenen Angaben, "hehren Ziele" mit drei neuen entbündelten Breitband-Tarifen der Complete-Produktreihe. Die runderneuerte Produktfamilie besteht nun nur noch aus drei abgestuften Flattarif-Paketen beginnend ab 29,90 Euro im Monat und ist ab 1. März erhältlich. Hierfür erhält der Kunde eine Tranfergeschwindigkeit von 2048/256 kbit pro Sekunde. Für besonders Internet-Affine gibt es zum Preis von 49,90 Euro monatlich 4096/512 kbit pro Sekunde. Bis Ende April ist die Aktivierung gratis. Telefonie ist ebenfalls in den Produkten enthalten - 1 Cent zahlt man so beispielsweise ins Festnetz. Bestehende Kunden können kostenlos auf die neuen Angebote migrieren.

Viel Platz

Wie Hackl verspricht, handelt es sich dabei um "die erste echte Flatrate Österreichs", bei der man sich keine Gedanken über Fair-Use-Bestimmungen machen muss. Downloads von hunderten Gigabyte seien hier kein Thema, lediglich, wenn die Tarife für automatisierte Prozesse, wie die eines Spam-Servers missbraucht würden, wolle man "eingreifen". Diese drastische Änderung der Rahmenbedingungen sei notwendig, um den Bedürfnissen des Marktes nachkommen zu können, so Hackl. Immer populärer werdende Portale wie Youtube und andere Datentransfer- intensiven Plattformen verlangen nach höheren Kapazitäten.

Mobil

Mobilkommunikation wäre laut dem CEO nicht die oberste Priorität. Man werde sich allerdings die Entwicklung des mobilen Breitbands genau ansehen und später über einen Einstieg entscheiden. Das Cross-over Produkt "Champion" - in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunker One - stünde jedenfalls nicht im Mittelpunkt der Ausbau-Initiative.

Business

Für Geschäftskunden möchte Tele2-UTA das "Office over IP" ermöglichen. Genaues ist in dem Fall noch nicht bekannt, man wolle aber eine breite Palette an Anwendungen wie VoIP oder vernetztes Arbeiten schaffen. Bis dahin bleibt die Festnetztelefonie "die Cashcow" des Unternehmens, mit über einer Million Kunden am Markt. Im letzten Jahr erreichte die heimische Niederlassung des europaweit agierenden Konzerns mit 350 Mitarbeitern einen Umsatz von 300 Millionen Euro, der Nettogewinn lag im einstelligen Millionenbereich.

Kampfansage

Wie viele neue Kunden Tele2-UTA tatsächlich für sich gewinnen können wird, ist schwer abzuschätzen. Als eindeutige Kampfansage an die Mitbewerber kann das frische Angebot allemal gewertet werden. Für Heavy-User zeichnet sich mit der zunehmenden Wahrnehmung des Bedürfnisses für höhere Breitbandkapazitäten ein positiver Trend ab. Gerade die steigende Etablierung von Video-Anwendungen, lässt eine Beschränkung im Rahmen von Fair-Use-Bestimmungen künftig nicht mehr zu. Zudem Verlagern immer mehr Content-Anbieter ihren Vertrieb ins Internet. Der legale, kostenpflichtige Download von Spielen, Filmen und Musik generiert immer höhere Daten-Volumina, über deren Verrechnung sich die User keine Gedanken mehr machen wollen. (Zsolt Wilhelm)

  • Tele2-UTA Geschäftsführer Robert Hackl
    zsolt wilhelm

    Tele2-UTA Geschäftsführer Robert Hackl

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